Das Kaufhaus Sedlmayr ist Geschichte

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Inning – Lange stand das „Kaufhaus Sedlmayr“ leer. Jetzt schaut es so aus, als ob bald wieder Leben in das zentral gelegene Gebäude einkehrt: Der langwierige Rechtsstreit zwischen dem insolventen ehemaligen Eigentümer und dem neuen Besitzer ist beigelegt.

Eine Nachricht, die Bürgermeister Walter Bleimaier sichtlich erfreut. „Die neue Einkaufsmöglichkeit ist dringend notwendig und belebt den Ortskern.“ Über die Nutzung hat er sich auch schon Gedanken gemacht: „Eine Drogerie wäre super.“ Bis vor kurzem hätten bei ihm immer wieder interessierte Mieter angerufen und nachgefragt. Gedanken gemacht hat sich auch so manch Inninger. Unter ihnen der alteingesessene Bucher Manfred Lehner, der für die zwei Stockwerke plus Dachgeschoss eine ganz andere Idee hat. „Wir müssen nicht in jedem Ort alles einkaufen können“, ist die Meinung des Mitglieds im Bund Naturschutz und schlägt einen Trachtenladen wie vor der Insolvenz vor. Nach dem Motto: „In jedem Ort eine Spezialität“ führt er als Beispiele die Bio-Molkerei und die Klosterbrauerei in Andechs und die guten Säfte sowie den Chocolatier in Breitbrunn an. Einer der Starnberger Brüder, die das Haus im November 2015 aus der Insolvenzmasse erstanden haben, lässt allerdings noch offen, was die Zukunft für die Münchner Straße 2-4 bringt. Vorerst ist er einfach nur erleichtert, dass der lang andauernde Gerichtsprozess abgeschlossen ist. Bevor sie sich um einen geeigneten Pächter bemühen, müssten noch die Gewerbeflächen leergeräumt werden. Hier werden Erinnerungen an alte Zeiten wach (wir berichteten): Wie ein Mahnmal steht die Tiefkühltruhe noch genau da, wo sie bis 2003 war, liegen in den Regalen der Kinderabteilung noch Spielwaren und es scheint fast so, als ob die Kassen nur darauf warten, die Einkaufssumme auf einen Beleg zu drucken. Das alles muss die Familie ausräumen, in deren Besitz das Traditionskaufhaus über mehrere Generationen war. Auch aus der Wohnung müssen sie raus. Dazu äußern will sich das Ehepaar nicht, denn für sie bricht damit eine Welt zusammen. „Ich hatte wiederholt angeboten, dass er für eine kleine Miete hier wohnen bleibt und Hausmeisteraufgaben übernimmt“, betont der 58-jährige neue Besitzer auf Rückfrage unserer Zeitung. „Aber er wollte nicht.“ Ein sich über viele Monate hinziehender Interessenskonflikt neigt sich nun dem Ende zu. „Uns war bewusst, dass es nicht einfach wird, einen Kompromiss zu finden – allerdings nicht in diesem Ausmaß“, gesteht der Starnberger. Jetzt sind die Geschäftsleute, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, guter Dinge. Als Nutzer wäre ein Drogeriemarkt genauso vorstellbar wie kleine Geschäfte oder ein Supermarkt. Wie das mit den zum Haus gehörenden Parkplätzen auf der gegenüberliegenden Straßenseite und der behindertengerechten Erschließung des Obergeschosses funktioniert, werde sich zeigen. „Je eher, desto besser“, findet auf jeden Fall der Bürgermeister. Und vielleicht lässt sich das beantragte Tempo 30 auf der Hauptstraße ja doch durchsetzen. Das zumindest würde schon Mal das Queren vom Parkareal zum Einkaufen erleichtern. mk

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