Keine überstürzten Beschlüsse

Zur weiteren Entwicklung des Seehof-Areals wird es am 27. Januar eine Sondersitzung des Tutzinger Gemeinderates geben. Foto: Jaksch

Zur weiteren „Seehof“-Entwicklung in Tutzing wird es auf Vorschlag der Planer am 27. Januar eine öffentliche Sondersitzung des Gemeinderats geben. Bürgermeister Stephan Wanner berichtete dem Plenum kürzlich von einer Besprechung der jeweils beauftragten Architekten Josef Peter Meier-Scupin (im Auftrag der Gemeinde) und Matthias Castorph (Büro „Goetz Hootz Castorph“ im Auftrag der „Palais Seehof GmbH“ ), die Anfang des Jahres stattgefunden habe.

Dabei, so Wanner, seien „Fortschritte dahingehend erzielt worden, die unterschiedlichen Auffassungen der Parteien zu konvergieren“: Von einer Hotelplanung auf dem Areal soll offenbar endgültig Abschied genommen werden. Die Unterschiede der Planungsentwürfe bestehen in erster Linie in der angepeilten Bruttogeschoßfläche, der Baukörperanzahl und den Nutzungsschwerpunkten: Das geltende Baurecht, mit dem Meier-Scupins Grobkonzept arbeitet, geht von 5.700 Quadratmetern aus, die Planung Castorph („Seehöfe“) strebt mit 6.260 Quadratmetern eine deutlich massivere Bebauung an. Weil deshalb offenbar auch ein neuer „vorhabenbezogener Bebauungsplan“ an Stelle des derzeit laufenden Bebauungsplanänderungsverfahrens erforderlich werden könnte (nebst neuerliche Auslegung), sollen am 27. Januar zunächst die planungsrechtlichen Konsequenzen diskutiert werden: „Überraschungseffekte“ beziehungsweise überstürzte Beschlüsse werde es an diesem Tag nicht geben, reagierte Wanner auf entsprechende Befürchtungen Thomas von Mitschke-Collandes (CSU), der von „unwürdigem Entscheidungsdruck“ gesprochen hatte. Gleichwohl will der Bürgermeister das „Seehof“-Thema offenbar zügig voran treiben: Im Namen von Meier-Scupin bat er den Antragsteller Heinrich Reiter (Freie Wähler), zumindest bis zur Sondersitzung auf ein Phantomgerüst oder Ausstecken der Baugrenzen zum Veranschaulichen der „Seehof“-Dimensionen zu verzichten – der von der Gemeinde beauftragte Stadtplaner wolle erst das Ergebnis der Diskussionen vom 27. Januar abwarten. Wanner strebt für diesen Abend eine Diskussion „sämtlicher entscheidungsrelevanter Punkte“ an, denkt aber angesichts der prekären Haushaltslage der Gemeinde bereits an künftige Gewerbesteuerquellen nach. In seinem Schreiben an die Gemeinderäte heißt es: „Neben einer eindeutigen Verbesserung der Aufenthaltsqualität für alle geht es nicht zuletzt auch darum, die Einnahmenseite der Gemeinde schnellstmöglich zum Guten zu wenden.“ Wanner betonte, dass für ihn beim komplexen Thema „Seehof“ dennoch „Gründlichkeit vor Schnelligkeit“ rangieren solle. Gemeindeanwalt Klaus Thoma hat angemerkt, dass es „wenig Sinn“ mache, wenn eine fremde Bauleitplanung (Castorph) vom Gemeindeplaner Meier-Scupin ständig in das laufende Bauleitplanverfahren integriert werden müsste – deshalb, so empfiehlt Thoma, solle die Gemeinde besser dem Vorhaben- und Erschließungsplan der Grundstückseigentümer folgen, diesen darauf überprüfen, ob er 1:1 übernommen werden kann, und darin gegebenenfalls die Gestaltungsvorhaben präzisieren.

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