Per Kindergesicht

Mit den üblichen Tempoanzeigern ist die Gemeinde Berg nicht mehr recht zufrieden. Sie will die Autofahrer nicht wie bisher einfach nur mit der gefahrenen Geschwindigkeit konfrontieren, sondern verspricht sich mehr davon, sie mit einem lächelnden Kindergesicht zum Langsamfahren zu bewegen.

Seit ein paar Jahren gibt es neuartige Messgeräte, die die Emotionen der Temposünder ansprechen sollen. Auf den Anzeigetafeln ist ein lächelndes Kind abgebildet. Passiert der Autofahrer die Tafel und ist er zu schnell, erscheint in rot der Hinweis „Langsam“. Hält er die Geschwindigkeit ein, heißt es in grüner Schrift„Danke“. Diese Dialog-Displays, die zum Beispiel in Berlin im Einsatz sind, wären nicht nur wirksamer in der Temporeduzierung, sondern auch nachhaltiger, erklärte Heiner Thöne von der Herstellerfirma dem Gemeinderat. Dies hätten Studien bewiesen. Sie hätten außerdem den Vorteil, dass durch das „Kindchenschema“ die Fahrer der Tafel höhere Aufmerksamkeit schenkten. „Denn die Autofahrer nehmen wegen dem Handy und dem Navigationssystem weniger wahr“, sagte Thöne. Dass die Displays nicht mehr die Geschwindigkeit anzeigen, passte einigen Gemeinderäten wie Werner Streitberger (SPD) und Wolfgang Adldinger (Grüne) nicht. „Man will doch wissen, wie schnell man gefahren ist“, meinte Adldinger. Für den Verzicht auf die Tempoanzeige gebe es durchaus einen Grund, sagte Thöne. Denn allzuoft würde sie zum Tachoabgleich missbraucht oder Jugendliche lieferten sich einen Wettbewerb, „wer heute am schnellsten gefahren ist“. Bürgermeister Rupert Monn verspricht sich viel von den neuen Dialog-Displays und will vier bis sechs anschaffen, am liebsten mobile Geräte. Je nach Ausführung kosten sie zwischen 2.200 und 4.500 Euro. Die normalen Tempoanzeiger sind bis zu 2.800 Euro teuer. Für den Einsatz wären die Standorte Aufkirchen bei der Schule, Kempfenhausen bei den Kliniken, Höhenrain an der Attenhauser Straße und Allmannshausen an der Berger Straße vorstellbar. Der Gemeinderat beauftragte den Bürgermeister, in die Verhandlungen einzusteigen. Wieviele Geräte angeschafft werden, ist Verhandlungssache. Es stehen bis zu 10.000 Euro aus der kommunalen Verkehrsüberwachung zur Verfügung.

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