Klare Absage erteilt

Die „Anlieger Initiative Gartengemeinde“ (AIG) erteilt dem Bau einer Privatschule in reinem Wohngebiet sowie deren Mitfinanzierung durch die Gemeinde Gräfelfing eine klare Absage. Zum Schuljahr 2010 will ein deutsch-schweizerisches Konsortium in Gräfelfing eine internationale Schule (SIS) eröffnen, wenn die Gemeinde finanziell entgegenkommt. Dabei ist eine kostenlose Überlassung von wertvollem Baugrund mit entsprechend hoher Grundflächenzahl sowie eine erhebliche finanzielle Beteiligung zur Errichtung des Schulbaus im Gespräch, heißt es in dem jüngsten AIG-Antrag.

Der erste, mit Planentwurf vorgestellter Standort befindet sich auf der bestehenden Tunneldecke mit Überbauung der Jahnstraße. Die Erschließung müsste über die Jahn- oder Maria-Eich-Straße erfolgen. Mitten durch ein gewachsenes reines Wohngebiet mit schmalen Anliegerstraßen, das bereits jetzt schon mit hohem Verkehrsaufkommen und dem Lärm der A96 zu kämpfen hat. Auch eine Ansiedelung zwischen Adalbert- Stifter- und Lochhamer Straße ist für die AIG undenkbar. „Dieses Areal hat einen Wert von circa zehn Millionen Euro.“ Demnach würde ein wesentlicher finanzieller Grundstock zur Tunnelerweiterung verschenkt werden. Überlegungen, die Sport- und Fachräume des Kurt-Huber-Gymnasiums der Privatschule kostenlos zur Verfügung zu stellen, sieht der AIG Vorstand ebenfalls kritisch, da der Betreiber der Schule der Klett Verlag ist. So kann eine spätere gewerbliche Nutzung dieses Schulgebäudes nicht ausgeschlossen werden. Die AIG befürchtet beispielsweise die Unterbringung eines Verlags mit Bücherproduktion. Wenn eine solche Schule von vielen Unternehmen als Standortfaktor gefordert wird, stellt sich für die AIG zudem die Frage, welches Klientel mit dieser Schule bedient werden soll, wenn das monatliche Schulgeld zwischen 700 Euro und 1.000 Euro liegt. Viele Schüler würden vorwiegend aus umliegenden Gemeinden oder aus dem Stadtgebiet gebracht werden. „Eine Schule wie die SIS gehört an einen sorgfältig geplanten Standort ohne Verkehrsbelastung der Anwohner und ohne Gefährdung der Schüler durch zusätzlichen Verkehr.“ Dabei denkt die AIG an eine Ansiedlung in einem Industriegebiet, wie bereits in Fellbach bei Stuttgart realisiert oder in der Nähe von Wissenschaftszentren wie Martinsried. An solchen Standorten wäre auch eine spätere gewerbliche Nutzung unproblematisch. Jedenfalls gehört eine solche Schule „nicht in die direkte Nachbarschaft von einem bestehenden gemeindlichen Schulzentrum“. Ein Konzept für den Endausbau dieser Schule gibt es nicht, so die AIG. Es ist zu befürchten, dass erst die Einrichtungen (Sporthalle etc.) der bestehenden Schulen mit genutzt werden, um später den Bau einem anderen Zweck zuzuführen, falls der Klett Verlag das „geschenkte Grundstück“ anderweitig verwerten möchte, heißt es weiter in dem Antrag von Heidi Jakob-Protschky, Hans Furbach und Ralf Brandtner. Sollte sich das Schulkonzept nicht mehr tragen, könnte der Klett Verlag eines Tages das Grundstück selbst nutzen, beispielsweise als Verlag. „Das bedeutet dann starkes Verkehrsaufkommen durch Angestellte und Lieferanten mitten im Wohngebiet der Gartenstadt Gräfelfing.“

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