Ein Weg der "kleinen Schritte"

Wie wird die Verkehrsinfrastruktur im Landkreis Starnberg in 20 Jahren aussehen? Wird der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ausgebaut oder setzt man weiterhin auf den Straßenbau? Unter der vielversprechenden Überschrift „Herausforderung Zukunft“ waren zahlreiche Landkreispolitiker, Bürgermeister, Rathausmitarbeiter sowie Behördenvertreter zur ersten Verkehrskonferenz ins Landratsamt gekommen. Wer allerdings konkrete Antworten auf all die Fragen zu Mobilität und Alternativen zum Auto oder gar Visionäres erwartet hatte, wurde enttäuscht. Über die Beschreibung des Status quo kam man an diesem Nachmittag im Landratsamt nicht hinaus.

Nach wie vor ist das eigene Auto das Verkehrsmittel Nummer eins für die Landkreisbevölkerung. Außer in Kommunen mit S-Bahnanschluss. Dort wird zumindest für die tägliche Fahrt zum Arbeitsplatz auf den ÖPNV umgestiegen. Stark zugenommen haben die Fahrradfahrer unter den 130.000 Landkreisbürgern. Und warum ist das so? Weil mittlerweile das Radwegenetz im Landkreis auf 460 Kilometer angewachsen ist und davon rund 90 Prozent der Strecken alltagstauglich sind. Freilich auch, weil das Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung zugelegt hat. Nachdem es aber eigentlich um Entwicklung gehen sollte, kamen aus den Reihen der Teilnehmer etwa Fragen zu Elektroautos und der Schaffung entsprechender Möglichkeiten, das Strommobil auch aufladen zu können. Ebenfalls von Alternativen zum immer währenden Straßenbau wollte etwa Professor Horst-Günter Heuck hören, ein Experte auf dem Energiesektor. „Wir nehmen den Verkehr einfach so hin“, monierte er die fehlenden Visionen, die er sich bei einer derartigen Konferenz erhofft hatte. Landrat Karl Roth konterte, der Weg zu einem geänderten Verhalten bestünde aus „vielen kleinen Schritten“. Für die zweite Konferenz versprach er, dann auch mögliche Zukunftsmodelle vorzustellen und zu diskutieren. „Weg von der Straße wollen wir alle“, ergänzte Christian Breu vom Planungsverband äußerer Wirtschaftraum. Gleichzeitig mahnte er einen realisierbaren Weg an. Es ging freilich auch um ganz handfeste Probleme – wie auch nicht anders zu erwarten – im Straßenverkehr. Von Günther Grafwallner, dem Leiter des Straßenbauamts Weilheim, verlangte Helmut Wagner etwa parallel die Fertigstellung der Ortsumfahrungen Oberbrunn und Unterbrunn mit der Starnberger Westtangente. „Da bricht sonst das reine Chaos aus“, so sein Appell an den obersten Straßenbauer. Im Verlauf sollte freilich auch die Strecke zwischen den beiden Autobahnen A95 (Garmisch) und A96 (Lindau) ausgebaut werden. Der geplante B2-Tunnel lockte nicht nur die Gegner des umstrittenen Projekts vor die Pforten der Kreisbehörde (wir berichteten), sondern war im Landratsamt ebenso Thema. Genauso wie der neuralgische Verkehrsknoten Percha oder die Verbindung von der A96 über Inning, Herrsching und Andechs nach Starnberg sowie die Ortsumfahrung Pähl.

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