Für Klimaschutz

Der MVV (Münchner Verkehrs- und Tarifverbund) ist eine Erfolgsgeschichte. Markus Haller, Bereichsleiter Konzeption bei den Verkehrsbetrieben, machte dies bei der Verkehrskonferenz im Landratsamt anhand einiger Zahlen deutlich: 2,6 Millionen Menschen verbindet der MVV täglich, 618 Millionen Fahrgäste wurden im vergangenen Jahr gezählt, 1973 waren es „nur“ 360 Millionen, die mit Bus, Tram, U- und S-Bahn unterwegs waren. Allein im Landkreis Starnberg sind es täglich 46.000 Personen, die neben den beiden S-Bahnlinien S5 und S6 auch die 23 Regionalbuslinien benutzen. In 2020 rechnet Haller mit rund 50.000 Fahrgästen im Landkreis.

Bis 2015 ist mit einer Verkehrszunahme auf den Landkreis-Straßen von etwa 18 Prozent zu rechnen, bei den so genannten Freizeitfahrten gehen Verkehrsexperten sogar um einen Anstieg von 33 Prozent aus. Letztere benutzen den ÖPNV (Öffentlichen Personannahverkehr) nur, wenn sie mit dem Fahrrad unterwegs sind und vielleicht eine Strecke abkürzen wollen oder von einem Gewitter überrascht werden. Nicht zuletzt scheitert eine Fahrt mit der S-Bahn auch an den teilweise hohen Ansprüchen der Landkreisbürger. Dennoch glaubt Haller, dass die Fahrgastzahlen für den MVV kräftig zulegen werden. „Die Klimaerwärmung dürfte eine große Rolle spielen“, zeigte Haller sich überzeugt. Überhaupt werden Umwelt-, Klima- und Energiefragen immer wichtiger. „Da gibt es eine Sensibilisierung.“ Die S-Bahn wird aber mit Fertigstellung der zweiten Röhre deutlich an Attraktivität gewinnen, ist Haller überzeugt. Derzeit passieren jede Stunde rund 700.000 Fahrgäste die Stammstrecke, mehr als 30 Züge pro Stunde können aber den 1971 gebauten Tunnel nicht durchfahren. Zukunftstechnologien wie Gas- und Hybridbusse werden künftig eine große Rolle spielen, betonte der MVV-Bereichsleiter. Gefolgt von Serviceverbesserungen wie Online-Tickets, Fahrplanauskünfte aufs Handy, Public Bike oder der Ausbau von Park and Ride-Plätzen. „Das kostet aber alles Geld“, so Haller. Alleine über die Einnahmen durch den Fahrkartenverkauf sei das nicht zu finanzieren. Der Experte kann sich weiter vorstellen, mit dem Elektroauto zum Bahnhof zu kommen, das Gefährt dort an eine Stromtankstelle anzuschließen und mit der S-Bahn weiter in die Stadt zu fahren. Das dies alles Zukunftsmusik ist, wurde an einer Wortmeldung nach seinem Vortrag deutlich. „Die S-Bahn dauert zu lange und ist zu umständlich“, so ein Konferenzteilnehmer. „Zeit ist halt immer noch Geld.“

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