Klinik Seefeld: Bürgermeister Wolfram Gum mahnt Zusammenhalt an

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Seefeld – „Mein Job und die Aufgabe des Gemeinderates ist es, alles zu tun, um den Menschen hier die Klinik zu erhalten“, sagte Seefelds Bürgermeister Wolfram Gum. Er und Vize Oswald Gasser luden vergangenen Donnerstag zu einem Pressegespräch ein, um zu umherschwirrenden Gerüchten Stellung zu nehmen.

Kritik gab es bezüglich des Vorstoßes der neu gegründeten Bürgerinitiative Eichenallee und deren Bemühungen, einen Bürgerentscheid zu initiieren. „Ein Bürgerentscheid zum jetzigen Zeitpunkt macht keinen Sinn. Es werden nur Ängste geschürt und viele Gerüchte in Umlauf gesetzt“, erklärte der Rathauschef. Denn nach wie vor hoffe er und das Ratsgremium, die Klinik am jetzigen Standort im Zentrum von Seefeld zu erhalten und, wie auch von Geschäftsführer Thomas Weiler favorisiert, eine Generalsanierung in Angriff zu nehmen. Derzeit seien Experten am Werk, um zu prüfen, inwieweit dies technisch sowie wirtschaftlich machbar ist. Spätestens im Herbst werden Ergebnisse vorliegen, sagte Gum. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens, die bereits fleißig am Unterschriften sammeln sind, stören sich daran, dass das Ratsgremium mehrheitlich im Verfahren Fortschreibung des Regionalplan die Herausnahme von derzeit landwirtschaftlich genutzten Flächen entlang der Eichenallee beantragt hatte. Der Interessensgemeinschaft gehören unter anderem der Landesbund für Vogelschutz und der Bund Naturschutz an. Sie sind überzeugt, dass durch die beantragte Herausnahme aus dem Landschaftsschutz nicht nur die Klinik gebaut wird, sondern weiteren Baumaßnahmen Tür und Tor geöffnet werden. Ihre Befürchtungen begründen Horst Guckelsberger (LBV) und Günther Schorn (BN) in einer Presseerklärung unter anderem mit einer Aussage von Landrat Karl Roth, der versichert habe, dass „bei der Herausnahme der Fläche aus dem regionalen Grünzug eine Zweckbindung für einen Neubau der Klinik keine bindende Wirkung habe“. Unverständlich für Wolfram Gum. „Bevor die Herausnahme der Fläche genehmigt wird, ist ein sehr langes Verfahren notwendig, bei dem alle zuständigen Behörden und auch die Bürger mit eingebunden werden. Wir wissen aber spätestens im Herbst, wie es weitergeht. Die Antragstellung unsererseits musste jetzt sein, weil in allen Gemeinden die Fortschreibung des Regionalplans auf der Tagesordnung stand und weil wir uns später nicht den Vorwurf gefallen lassen wollten, wir hätten nicht alles getan, um die Klinik zu erhalten. Uns drängt sich leider der Verdacht auf, dass die Gegner lieber die Klinik opfern, als nach alternativen Standorten Ausschau zu halten.“ Gum betonte, dass eine geeignete Fläche zu finden, eine gigantische Herausforderung für die kleine Gemeinde wie Seefeld darstelle. „Sie muss groß genug, erreichbar, verfügbar und bezahlbar sein. Außerdem sollte es keine Hanglange sein und es muss eine gute Anbindung bestehen.“ Oswald Gasser erinnerte außerdem daran, wieso 1972 im Landkreis Starnberg 72 Prozent der Flächen unter Landschaftsschutz gestellt wurde. „Damals hieß es, wir stellen mal ungeprüft alles unter Landschaftsschutz und nehmen bei Bedarf wieder Flächen heraus. Lediglich die Bauern übten den Aufstand, weshalb Flächen rund um Unering und Drößling ausgenommen wurden.“ Gum machte außerdem darauf aufmerksam, dass für einen Klinikneubau mit Park rund 20.000 Quadratmeter gebraucht werden. „Platz für weitere Bauvorhaben ist gar nicht mehr vorhanden.“ Eindringling appellierte er an die Vernunft der Initiative, Ruhe zu bewahren und erst einmal das Gutachten im Herbst abzuwarten. „Wir dürfen nicht leichtfertig die Gesundheitsvorsorge von tausenden von Menschen und zudem 150 Arbeitsplätze aufs Spiel setzen. Deshalb sollen wir alle, die am Erhalt der Klinik interessiert sind, gemeinsam in ein Boot steigen und alles dafür tun, dass wir nicht bald ohne dastehen.“ pop

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