Körperverletzung nimmt zu

Weniger jugendliche Straftäter als im Vorjahr hatten die „Brücke Starnberg“-Mitarbeiter 2010 zu betreuen: (v.l.) Wolfgang Ohmayer,Michaela Mathes, Corinna Büge und Vorsitzender Gerd Weger. Foto: Jaksch

Starnberg - Im vergangenen Jahr wurde der Verein „Brücke Starnberg“ 30 Jahre alt. Seit der Gründung kamen über 8.000 jungendliche Straftäter aus dem Landkreis, um bei der „Brücke“ die vom Jugendgericht ausgesprochenen Auflagen wie Sozialstunden zu erfüllen. Im Jubiläumsjahr der „Brücke“ ist die Zahl verurteilter Jugendlicher im Vergleich zum Rekord-Vorjahr 2009 wieder gesunken. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 310 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren sowie Heranwachsende zwischen 18 und 21 Jahren von den Mitarbeitern der „Brücke“ betreut.

Waren es früher häufig Straftaten wie „Mofa frisieren“, haben heute Delikte wie Körperverletzung eine wenig erfreuliche Dominanz bekommen. Im vergangenen Jahr belegten sie Top 2 auf der Rang-Liste der Delikte bei Jugendlichen und Heranwachsenden. Spitzenreiter war erneut das Delikt Diebstahl/Ladendiebstahl. Für diese Straftat wurden knapp 100 Jugendliche verurteilt (das entspricht 32 Prozent aller verurteilten Jugendlichen). Auffallend: 44 Prozent waren weiblich. Fast die Hälfte aller an die Brücke verwiesenen Straftäterinnen hatte „geklaut“. Bei den jungen Männern war es „nur“ jeder Vierte (25 Prozent). Auf Platz Drei der Delikte rangieren Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (34 verurteilte Jugendliche) gefolgt von Sachbeschädigungen. Hierfür wurden 27 jugendliche Straftäter verurteilt - und damit erheblich weniger als noch 2009 (43 Fälle). „Jugendliche wieder auf den richtigen Weg bringen“, beschreibt der Vorsitzende der „Brücke Starnberg“, Gerd Weger, die Aufgabe des nunmehr 30 Jahre alten Vereins. Um dieses Ziel zu erreichen, kümmern sich die Mitarbeiter mit großem Engagement um jeden Einzelnen. Sie sorgen dafür, dass die verurteilten Jugendlichen ihr Vergehen gegenüber der Allgemeinheit wieder gut machen und auch tatsächlich ihre Sozialstunden ableisten oder bemühen sich um außergerichtliche Konfliktlösungen wie den Täter-Opfer-Ausgleich. Darüber hinaus zeigen sie den jungen Straftätern Perspektiven für ihre Zukunft auf. „Die Brücke Starnberg kann hier nur stellvertretend, korrigierend tätig werden“, so Gerd Weger. Viele der Straftaten seien ein Spiegelbild der Gesellschaft und der Situation innerhalb der Familien. „Dort werden allzu häufig die Prioritäten zu Lasten der Kinder festgelegt“, so Weger. Das Materielle gehe häufig vor Zeit und verantwortlicher Zuwendung für die Kinder. Dieses Vakuum zwischen Eltern und Kinder sei dann oft die Ursache,wenn etwas „schief“ gehe. Insgesamt leisteten die straffällig gewordenen Jugendlichen im vergangenen Jahr 9.440 Stunden gemeinnütziger Arbeit (1.667 weniger als 2009). Die durchschnittliche Stundenzahl lag bei 33 Sozialstunden pro gerichtlicher Weisung. aj

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