Aktuelles aus dem Starnberger Amtsgericht

Kollision mit Radler - Autofahrerin angeklagt

Radler Sturz
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Eine Autofahrerin musste sich kürzlich vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten. Sie war mit einem Radler kollidiert, der schwer verletzt wurde (Symbolbild).

Krailling - „Ich habe ihn nicht gesehen“, erklärte sichtlich betroffen eine vor dem Starnberger Amtsgericht wegen vorsätzlicher Körperverletzung angeklagte Tierärztin dieser Tage. Ende Juli 2020 übersah die Germeringer Audifahrerin (52) in Krailling einen Motorradfahrer. Der Mann erlitt schwere Verletzungen und leidet bis heute stark an den Folgen des Unfalles.

Schon berufsbedingt fahre sie sehr viel Auto, sagte die Angeklagte. Weshalb sie den Stockdorfer (44) nicht bemerkte, als sie auf der Gautinger Straße nach links abbiegen wollte, kann sich die Frau nicht erklären. „Vielleicht kam er aus dem Schatten, von der Tankstelle. Ich bin wirklich nicht schnell gefahren. Ich weiß, dass das ein blöde Ecke ist. Ich habe es nicht gesehen. Es hat einen Schlag getan und er lag da. In kurzer Hose und T-Shirt.“ Ihr Verteidiger gab zu Bedenken, dass seine Mandantin im Moment der Kollision möglicherweise geblendet war: „Es war ein sonniger Tag.“ Unter Tränen ließ die Tierärztin ihre Verzweiflung erkennen: „Es nimmt mich so wahnsinnig mit.“ 

Der Geschädigte schilderte im Zeugenstand, wie er in den Audi hineinkrachte und alsdann die Feuerwehr rufen hörte: „Vorsicht – Benzin läuft aus.“ Die gesundheitlichen Folgen für den Stockdorfer sind gravierend: „Ich habe die Milz verloren, habe seitdem mit allen Gelenken Probleme, musste am Herzen operiert werden. Zittern, Angstzustände – ein anderer Mensch als vorher.“

Die Audi-Fahrerin nahm sich den Unfall bereits vor Ort sehr zu Herzen und brachte dem 44-Jährigen einen Essenskorb ins Krankenhaus. Angesichts ihrer bisher unbeschriebenen Bundeszentral- und Verkehrsregistereauszüge sowie ihrer reuigen Haltung, sah sich Richterin Karin Beuting im Stande, das im Strafbefehl ausgeworfene dreimonatige Fahrverbot auf lediglich einen Monat zu reduzieren. Als selbstständige Tierärztin sei die Angeklagte dringend auf ihren Führerschein angewiesen, machte ihr Rechtsanwalt mehrfach deutlich .„Sie haben letztes Jahr einen schlimmen Verkehrsunfall verursacht, weil Sie den Herren übersehen haben – so eine Art Augenblicksversagen. Es braucht die Warn- und Besinnungsfunktion“, so die Amtsrichterin. In Sachen Geldstrafe beließ das Gericht es laut Urteil deshalb bei den im Strafbefehl ausgewiesenen 25 Tagessätzen à 60 Euro.

Nilda Frangos

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