Fahrplan für Abbruch steht

Kommt der Abstieg per Quotientenregel oder nur der Aufstieg ? - Verband lässt über weiteres Vorgehen abstimmen

Fußball
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Sollte sich eine Mehrheit der Vereine für den §93 aussprechen, müsste der TSV Oberalting (blaue Trikots) aus der Kreisliga absteigen.

Landkreis - Der Fahrplan für die endgültige Entscheidung über den Abbruch der Fußballsaison bei den Damen und Herren im Freistaat steht. Der Vorstand des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) beschäftigte sich in der vergangenen Woche intensiv mit den Ergebnissen der eingesetzten Arbeitsgruppe. 

„Wir sind in einer Ausnahmesituation und müssen jetzt abwägen, ob wir den Paragraphen 93 zur Anwendung bringen“, erklärte BFV-Vize Robert Schraudner. Dieser Paragraph, der im Sommer letzten Jahren vom Vorstand beschlossen wurde, sieht vor, dass der Auf- und Abstieg nach der Quotienten-Regelung unter Wegfall der Relegationsspiele erfolgt. Gegen diese Vorgehensweise bildete sich in den letzten Wochen eine Ablehnungsfront zumeist von Vereinen, die vom Abstieg betroffen wären. Um diesen Kritikern Rechnung zu tragen und um ein Meinungsbild der Vereine zum weiteren Vorgehen zu bekommen, entschied sich der Fußballverband zur einer Vereinsbefragung, bei der neben dem Votum für das vollumfängliche Durchsetzen des §93 auch für die Alternativlösung „Nur Aufsteiger, keine Absteiger“ votiert werden kann.

„Wir haben alle möglichen Varianten durchgespielt, aber wir werden keine Lösung finden, die allen gerecht wird“, ergänzte Schraudner. Weitere Möglichkeiten wie eine Saisonfortsetzung in den Juli hinein oder ein Abbruch ohne Wertung kamen für den Verband, auch weil sich dafür im Vorfeld nur wenige Vereine aussprachen, als sinnvolle Alternative aber nicht in Frage. Bei der vollumfänglichen Umsetzung des aktuell gültigen §93 der Spielordnung würden die einzelnen Spielklassen in ihren Mannschaftsstärken nahezu unverändert bleiben, weil es direkte Auf- und Absteiger gibt und sich die nicht stattfindenden Relegationsspiele nach oben und unten aufheben. Im Falle eines mehrheitlichen Votums für die Alternative, wonach alle Vereine, die mittels der anzuwendenden Quotienten-Regelung auf einem Aufstiegs- und Relegationsplatz stehen, aufsteigen können und gleichzeitig der Abstieg nicht vollzogen wird, steigt folglich die Zahl der Mannschaften in den einzelnen Spielklassen an, die weiter unten angesiedelten Spielklassen würden entsprechend ausgedünnt. „Damit trifft es alle Vereine, auch die die aktuell im Niemandsland der Tabelle stehen“, meinte BFV-Vorstandsmitglied Jürgen Faltenbacher.

Vor der digitalen Umfrage zum Meinungsbild finden in allen sieben Bezirken am 14. und 15. Mai Online-Seminare statt, die die Auswirkungen der beiden Möglichkeiten detailliert aufzeigen. Die Online-Abfrage des Meinungsbildes – jeder Mitgliedsverein, der am Erwachsenenspielbetrieb teilnimmt, besitzt eine Stimme – soll vom 14. bis 18. Mai durchgeführt werden. Der exakte Zeitpunkt und der jeweilige Abstimmungslink wird den Vereinen möglichst zeitnah per offiziellem Vereinspostfach zugestellt – ebenso wie zuvor die Termine für die sieben geplanten Info-Veranstaltungen. Je nach Ausgang des Meinungsbildes wird der BFV unterschiedliche Wege einschlagen: Sollte die Mehrheit für die aktuell gültige Regelung (§ 93) votieren, würde der Vorstand am 18. Mai den Abbruch und Wertung formal beschließen können. Für den Fall, dass die Mehrheit für die Variante unter dem Titel „Nur Aufsteiger, keine Absteiger“ stimmt, würde der Vorstand am 18. Mai einen Außerordentlichen Verbandstag einberufen müssen, der dann darüber zu entscheiden hat.

Roland Halmel

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