Kompensationsmaßnahmen und Artenschutz an der Weßlinger Ortsumfahrung

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Weßling - Beim Neubau der Weßlinger Ortsumfahrung galt es mit der Umsetzung des Landschaftspflegerischen Begleitplans, die Eingriffe in Natur und Landschaft zu vermeiden. Wo dies nicht möglich war, schaffte das Staatliche Bauamt Weilheim einen entsprechenden Ausgleich.

Zudem entstanden neue Lebensräume an anderer Stelle. Vergangene Woche stellten Bürgermeister Michael Muther, Revierförster Florian Mergler und Vertreter des Bauamts vor Ort die Kompensationsmaßnahmen und den Artenschutz vor. So wurden nicht zu vermeidende Verluste an Fläche und Lebensraumfunktion durch 4,8 Hektar Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen kompensiert und zwar durch 3,8 aufgeforstete Hektar Laubwald und vier Amphibienlaichgewässer auf einem Hektar Fläche. Schon vor Baubeginn der Ortsumfahrung wurde die Zauneidechsenpopulation aus dem Baufeld abgefangen und in einen rund 3.000 Quadratmeter großen Ersatzlebensraum umgesiedelt. Auch wurden 15 Fledermauskästen als Ersatzquartiere zur Verfügung gestellt und betroffene Höhlenbäume unmittelbar vor der Fällung auf Fledermausbesatz kontrolliert. Temporär hingegen sind die aufgestellten Fledermaussperrzäune, die den Tieren das sichere Queren der neuen Staatsstraße an kritischen Stellen ermöglicht. Sobald die neugepflanzte und nun heranwachsende Vegetation die Funktion als Überflughilfe übernehmen kann, werden die Sperrzäune wieder abgebaut. Damit Springfrösche, Erdkröten und Bergmolche die Trasse gefahrenlos überqueren können, wurde ein Amphibienleitsystem mit insgesamt 42 Durchlässen installiert. Dank eines erfahrenen Biologenteams wurden während der Bauzeit mit Hilfe von Amphibienschutzzäunen mehr als 20.000 Amphibien pro Jahr in die jeweiligen Ziellebensräume gebracht. Um den Lebensraum für die Hirschkäfer zu optimieren, wurden am Südrand des Dellinger Buchet Ausgleichsmaßnahmen im Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) vorgenommen. Und zum Abschluss der Bauarbeiten wurden die Baustellen- und Betriebsflächen wieder rekultiviert. Zudem erfolgte eine weitere Ausgestaltung mit gebietsheimischen Strauch- und Gehölzpflanzungen. Die jeweiligen Maßnahmen wurden mit den Landwirten, dem Forstamt, der unteren Naturschutzbehörde und den Grundstückseigentümern abgestimmt und entsprechend umgesetzt. Um die Qualität und Funktion der einzelnen Maßnahmen gewährleisten zu können, werden alle Maßnahmen einer Akzeptanzkontrolle unterzogen. sb

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