Konzept vorgestellt

Es geht um die Zukunft der Kinderbetreuung in Berg. Deshalb waren die Zuhörerplätze auf der Gemeinderatssitzung vergangene Woche auch komplett belegt, denn viele Erzieherinnen und Eltern wollten sich das Konzept des eventuellen neuen Trägers nicht entgehen lassen.

„Eine Entscheidung wird heute nicht fallen“, hatte Bürgermeister Rupert Monn jedoch bereits eingangs angekündigt. So weiß man nicht, ob „KinderArt“ die Gemeinderäte überzeugen konnte. Nach der Präsentation des Unternehmens, das sich um die Trägerschaft von zwei Kindergärten, einem Hort und einer Krippe bewirbt, mochten die Räte nichts sagen. Ihre Fragen hoben sie sich für den nichtöffentlichen Teil der Sitzung auf, in dem es mit Zahlen und Kosten zur Sache gehen sollte. Gerhard Jäger und Georg Okrusch sind die Gründer von KinderArt. Kurz gefasst, richtet sich ihr Leitbild nach der Reggio-Pädagogik, das das Kind als Forscher und Entdecker sieht und sein ästhetisches und kreatives Erfahren in den Mittelpunkt stellt. Dies soll zum Beispiel durch Projekte aus der Kunst und Musik, dem Tanz und Sport gefördert werden. Dabei wollen sie aber „Bewährtes bewahren“. Jäger und Okrusch stellten auch Angebote wie Babysitterservice oder Ferienbetreuung in Aussicht. Sie garantierten einen reibungslosen Ablauf zum 1. September, wenn es zum Vertrag kommen sollte. Vor allem aber versprachen sie eine schlanke Verwaltung und die Transparenz aller Kosten. In ihrer Kalkulation kämen keine versteckten Kosten wie etwa Mieten vor. An der mangelnden Transparenz der Kosten scheiterte der bisherige Träger. Von Jahr zu Jahr waren die Verwaltungsbeträge gestiegen. Zuletzt betrugen sie etwa 160.000 Euro – ein Defizit, das die Gemeinde nicht länger bezahlen wollte. Als das Bayerische Rote Kreuz (BRK) nicht befriedigend erklären konnte, wie die hohe Summe eigentlich zustandekam, hatte es der Gemeinde gereicht und dem BRK die Kündigung geschickt. Für sie versickert zuviel Geld im Verwaltungsapparat der Organisation. Auch auf der jüngsten Gemeinderatssitzung hatte Monn moniert, dass das BRK nicht in der Lage gewesen sei, die angeforderten Zahlen vorzulegen. Dies soll nun bis zur nächsten Sitzung erfolgen. Gerhard Jäger, der Ende Mai beim BRK gekündigt und sich selbstständig gemacht hatte, war als langjähriger BRK-Bereichsleiter für die Kindertagesstätten in Berg zuständig gewesen. Er verwies in seiner Präsentation auf die erfolgreiche Entwicklung der Kindergärten unter seiner Betreuung, den Aufbau der Krippe und die Erweiterung des Horts. „Sie sind aus fachlicher Sicht Modelleinrichtungen für den ganzen Landkreis“, sagte er. Er sprach auch mehrmals von seiner langjährigen guten Zusammenarbeit mit der Gemeinde, aus der sich jetzt seine Bewerbung ergeben hätte. Auf die „Zerrbilder“, wie er es nannte, die in anonymer Form veröffentlicht worden wären, wollte er im Gremium nicht näher eingehen. Damit meinte er den anonymen Brief, der ihm und Okrusch unlautere Geschäftspraktiken unterstellt hatte, als sie als neuer Träger für die Kindertagesstätte in Feldafing im Gespräch waren. Die Gemeinde dort hatte einen Nachfolger für den gekündigten Träger „FortSchritt“ gesucht. Zu einem Vertrag mit Feldafing war es für „KinderArt“ nicht gekommen.

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