Kreative Konzepte für die Region

Unter dem Stichwort „Regionalmanagement“ fördert die Bayerische Landesregierung seit Oktober 2006 maßgeschneiderte Projekte, mit denen sich in ländlichen Regionen Potentiale ausbauen und Schwächen beheben lassen. Starnberg nimmt als einer der ersten Landkreise an dem Programm teil. Vergangenen Freitag stellte Regionalmanagerin Verena Papke nach einem halben Jahr intensiver Vorbereitung und Bedarfsanalyse sechs Schwerpunkte und Projekte für den Landkreis vor. Zum Auftakt findet am 9. November im Landratsamt eine Veranstaltung zum Thema „Familienfreundliche Unternehmensführung – ein Wettbewerbsvorteil“ statt.

Hintergrund: Berufstätige Eltern werden in Zukunft noch mehr als heute bei Wahl des neuen Arbeitgebers nicht nur auf Gehalt, berufliche Perspektiven und Wohnqualität achten, sondern auch auf Betreuungsangebote für ihren Nachwuchs, beispielsweise Betriebskindergärten und flexible Arbeitszeiten im Betrieb. Landrat Karl Roth: „Wir haben in unserem Landkreis nach wie vor ein eklatanten Mangel an qualifizierten Fachkräften, für die solche Fragen wichtig sind.“ Doch gerade Klein- und mittelständischen Unternehmen sind hier oft auf kompetente Unterstützung angewiesen. „Wir wollen Arbeitgeber für dieses Thema sensibilisieren und eine Beratungsstelle aufbauen, die bei der praktischen Umsetzung hilft und zum Beispiel auch über entsprechende Kooperations- und Fördermöglichkeiten informiert“, so Papke. Ein weiterer Schwerpunkt des Regionalmanagements ist natürlich der Tourismus, einer der wichtigsten wirtschaftlichen Standbeine der Region. Trotzdem geht es diesmal nicht um die bessere Vermarktung sondern um die Frage, wie der Landkreis Starnberg hier den sowohl den Interessen der Bevölkerung, als auch Wirtschaftbelangen und Urlauberwünschen möglichst gerecht werden kann. Dazu ist im Frühjahr 2010 der „Starnberger-5-Seenland-Tourismus-Tag“ geplant. Neben Vertretern aus der Tourismusbranche sollen hauptsächlich Landkreisbewohner und Kommunalpolitiker sowie externe Experten zum Gedanken- und Ideenaustausch geladen werden. Organisiert wird die Veranstaltung von der gfw Starnberg und dem Tourismusverband „5-Seen-Land“. Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die Kommunikation via Internet, konkret das Breitbandangebot im Landkreis. Eine flächendeckende Versorgung mit schnellem Internetzugang ist nicht nur für private Nutzer wichtig sondern auch ein maßgeblicher Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit einer Region. Die gfw wurde vom Landkreis Starnberg und den 14 Kommunen beauftragt, alle erforderlichen Schritte zur Verbesserung der Breitbandversorgung einzuleiten. Nach einer Machbarkeitsstudie wurden zur Markterkundung 56.000 Fragebögen über den Kreisboten an alle Firmen und Haushalte versandt. „Der Rücklauf ist riesig“, freut sich gfw-Geschäftsführer Christoph Winkelkötter, „die Ressonanz auch täglich am Telefon zeigt, wie wichtig das Thema ist“. Auch dieses Projekt wird im Rahmen des Regionalmanagements begleitet und unterstützt. Weitere Schwerpunkte sind Projekte in den Bereichen Siedlungsentwicklung, Gesunde Arbeit und Energiewende (www.rm-sta.de). „Wir wollen nicht in blinden Aktionismus verfallen sondern zusammen mit der Bevölkerung und den Unternehmen konkret den Bedarf ermitteln, Kontakte zwischen den verschiedenen Interessengruppen herstellen und kreativ nach Lösungsmöglichkeiten suchen“, verspricht Regionalmanagerin Papke. Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte sie bereits beim „Meet and Greet“ auf der Innovationsmesse, wo die gfw zusammen mit Sprungbrett Bayern auf einer Jobbörse für Schüler über 80 Stellen-, Ausbildungs- und Praktikumsplätze anbot. An den Kosten für das auf drei Jahre befristete Regionalmanagement beteiligt sich der Freistaat zu 50 Prozent, der Landkreis zu 41 und die gfw zu neun Prozent.

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