Kreis-Klinik auf soliden Beinen

„Das ist ein Ergebnis, das einen sehr Stolz macht“, fasste Thomas Weiler, Geschäftsführer des Starnberger Kreiskrankenhauses, den Jahresabschluss der Klinik für 2010 zusammen. 7,15 Millionen Euro hat das Krankenhaus im vergangenen Jahr erwirtschaftet, eine Rendite-Steigerung von 15 Prozent. Für die nächsten Jahre kündigte Weiler kräftige Investitionen an.

Nicht nur der Stellenplan wird von heute 603 um 30 Fachkräfte (alle Berufsgruppen; zwei Millionen Euro) erhöht, bis 2015 sollen rund 15 Millionen Euro in zwei neue Operationssäle, in die Notaufnahme, den Bereich Herzkatheter sowie in die Gebäudetechnik investiert werden. Wie Weiler in einem Pressegespräch zur Entwicklung des Klinikums erläuterte, werde man die Finanzierung aus den Gewinnen von heuer und den Vorjahren stemmen. „Wir müssen nicht zur Bank gehen“, sagte der Geschäftsführer. Der diesjährige Zuwachs – die Fallzahlen sind von 16.800 in 2009 auf 17.360 gestiegen – überraschte selbst den Aufsichtsratsvorsitzenden und Landrat Karl Roth: „Das ist ein tolles Ergebnis und beweist, dass es möglich ist, so ein Haus genauso wirtschaftlich zu führen wie ein privates.“ Das Kreiskrankenhaus, der größte Arbeitgeber im Landkreis (Roth), habe infrastrukturell aber den „Endpunkt“ erreicht (Weiler). Die Bettenkapazitäten seien ausgereizt; und auch die Erweiterungsbauten würden zwar die Qualität der medizinischen Versorgung verbessern, aber nicht mehr Patienten versorgen können. „Mit 10,7 Betten pro 1.000 Einwohner haben wir eine Bettendichte wie Berlin“, legte Roth nach. Der Bundesdurchschnitt liegt gerade einmal bei fünf Betten. Und daher sind sich der Aufsichtsratsvorsitzende und der Geschäftsführer einig, dass man zwar auch in den kommenden Jahren mit guten Abschlüssen rechne, das 2010-Ergebnis wohl aber eine Ausnahme bleiben werde. Thomas Weiler und sein Kollege Sascha Sartor, Geschäftsführer der Medizinservice GmbH, haben in den kommenden Monaten aber noch eine weitere Herkulesaufgabe zu stemmen: Nach der Übernahme des Penzberger Krankenhauses durch das Klinikum Starnberg zum 1. Januar 2012 geht es nun um die Feinabstimmung des Vertrags. „Ohne Investitionen wird es nicht gehen, um die Attraktivität des Hauses zu steigern und die Arbeitsplätze zu sichern“, ist sich Weiler sicher. Gleichzeitig ver- sicherte der Geschäftsführer, die Belastungen gingen nicht auf Kosten des Starnberger Klinikums. Vielmehr baut er auf Synergien, die langfristig beiden Häusern zugute kommen.

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