Aus der Kreisklinik Starnberg wird eine Holding

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Starnberg – Das Starnberger Kreiskrankenhaus wächst und wächst.

Mit dem Krankenhaus Penzberg und der Chirurgischen Klinik Seefeld sind zudem zwei Häuser unter das Dach der Starnberger gezogen. „Ein und dieselbe GmbH schreibt aber zwei Jahresabschlüsse“, erklärte Klinik-Geschäftsführer Thomas Weiler ein aktuelles Verwaltungsproblem. Um personelle Doppel- und Dreifachaufgaben zu ändern, soll mit einer neuen Rechtsform quasi ein Zwischenbau eingezogen werden. Dort sind dann vor allem Verwaltung, IT und Personalabteilung untergebracht: Aus der Kreiskrankenhaus Starnberg GmbH wird also die „Starnberger Kliniken Holding GmbH“. Sitz bleibt die Oßwaldstraße. Und Thomas Weiler Geschäftsführer. „Das war ein dickes Brett, das zu bohren war“, fasste Landrat Karl Roth den etwa einjährigen Weg der Gesellschaftsänderung zusammen. Roth, der als oberste Aufsicht den Landkreis vertritt, erklärte bei einem Pressegespräch außerdem, dass die Schwestern- und Pflegeschule weiter unter dem Dach der Kreisklinik firmieren wird. „Die Schule ist uns wichtig und bleibt bei uns.“ Zur Struktur: Die heutige GmbH wurde 1997 gegründet, dazu gehörte von Anfang an die Stamed, die Starnberger Medizin Service GmbH (Residence). Zehn Jahre später und nach einigen grundlegenden Veränderungen vor allem im Verwaltungsbereich wurden erstmals schwarze Zahlen geschrieben; 2011 kam das 100 Betten starke Krankenhaus Penzberg dazu, das damals kurz vor der Schließung stand und nur durch eine Finanzspritze aus Starnberg überleben konnte. Im Oktober 2015 flogen dann die geschönten Bilanzen des Seefelder Krankenhauses auf – auch dieses Haus wurde unter Obhut der Starnberger genommen (siehe Kasten). Wie Klinik-Geschäftsführer Weiler in dem gemeinsamen Gespräch mit Roth erläuterte, habe jedes einzelne der Häuser eine eigene Verwaltungs-, Personal-, IT- und Abrechnungsstruktur. Mittlerweile sei es jedoch so, dass immer mehr Aufgaben zentral von Starnberg aus erledigt werden – in Absprache mit den jeweiligen Verwaltungen. Das soll sich mit dem „Zwischenbau“ Holding ändern: In dieser werden auf Verwaltungsebene zwischen 60 bis 80 Voll- und Teilzeitkräfte beschäftigt sein, die einen Personalpool in den Bereichen Medizin, Pflege, IT und Technik betreuen. So werde man Verwaltungskosten reduzieren, Arbeitsplätze fallen aber keine weg, versicherte der Geschäftsführer. „Wir wollen den Status quo halten“, betonte Weiler, „das heißt auch, dass an allen drei Standorten weiterhin gekocht wird“. Durch den „Holding-Personal-Pool“ erhofft sich der Klinikchef einen flexibleren Mitarbeitereinsatz an den Häusern. „Da wird niemand gegen seinen Willen versetzt“, sagte er, „aber wir können so schneller auf aktuelle Anforderungen reagieren“. Gerade vom jüngeren medizinischen Personal wisse er, „dass die gerne einmal wechseln und für einige Zeit beispielsweise in Penzberg arbeiten“. Neben der Verwaltung und dem Personalwesen soll auch die Abrechnung in Starnberg erledigt werden. Für den Patienten ändert sich indes nichts, auf seiner Rechnung wird weiterhin der Briefkopf seines behandelnden Krankenhauses stehen. Und um den geänderten Anforderungen gerecht zu werden, baut die Starnberger Kreiskrankenhaus GmbH einen neuen Verwaltungstrakt. Baustart soll laut Weiler in der zweiten Hälfte 2018 sein. „Heuer gehen wir noch die Bauvorbereitungen an“, betonte er, auch seien die Baupläne fertig. Parallel dazu wird das neue Parkdeck gebaut, bis dahin stehen – wie berichtet – „Interimsparkplätze“ auf der angrenzenden Pferdewiese zur Verfügung. Nach der Zustimmung des Kreistags als Mutter der künftigen Holding GmbH Ende Juli und dem Segen der Regierung von Oberbayern am Donnerstag als nächst übergeordnete Instanz will Geschäftsführer Weiler die Umstellung möglichst in diesem Jahr noch abschließen. „Ich bin da ganz zuversichtlich“, machte der Klinikchef vor allem den insgesamt 974 Mitarbeitern (davon 765 in Vollzeit) in den Häusern Mut. Die Holding kann übrigens noch wachsen. Finanzielle Unterstützung aus Starnberg erfährt heute schon die Geburtenabteilung der Wolfratshauser Kreisklinik, die nach dem Wegfall des Tölzer Kreißsaals neben der Starnberger Kreisklinik eine wichtige Rolle übernommen hat. O. Puls

Standort Seefeld: "Erst einmal die Ergebnisse abwarten"

Landrat Karl Roth und Klinik-Geschäftsführer Thomas Weiler rechnen fest damit, dass die Chirurgische Klinik Seefeld auch nach der Sanierung und dem Ausbau von heute 72 auf 100 Betten am alten Standort bleiben wird. Die Diskussion um einen Umzug und Neubau an der Eichenallee gegenüber dem Technologie-Park (wir berichteten) ist laut Weiler „nicht dienlich“. Am Rande des Pressegesprächs zum Klinikverbund sagte der Geschäftsführer, die Debatte um einen Standortwechsel und die zweifelhaften Argumente der Initiatoren des Bürgerbegehrens (das im übrigen in der der nächsten Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag diskutiert werden wird; weit über 1.000 Seefelder haben unterzeichnet) würden die 150 Klinik-Beschäftigten verunsichern. Weiler wie auch Roth hoffen auch aus diesem Grund auf ein Ende dieser in ihren Augen unnötigen Debatte. Man warte auf die Ergebnisse der Untersuchung des rund 140 Jahre alten Klinikgebäudes „und dann reden wir weiter“, schloss Weiler. po

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