Kreispolitiker einigen sich

Noch nie war der Landkreis Starnberg so nah dran an einem umfassenden Radwegeverkehrskonzept. Immer wieder versuchten die Kreispolitiker in den vergangenen zehn Jahren, selbst die Routen zu erkunden und eine Planung auf die Beine zu stellen – vergebens. Das Tourismus-Beratungsbüro Alpstein aus dem Allgäu hat nun ein Gesamtkonzept vorgelegt, das alle Ortschaften im FünfSeen-Land miteinander verbindet, eine einheitliche Beschilderung vorsieht und im Großen und Ganzen sogar alltagstauglich ist. Der Kreisausschuss verabschiedete das Alpstein-Papier einstimmig, nun kommt es nur noch auf die Finanzierung der erforderlichen 90.000 Euro durch die Gemeinden und Landkreis an.

Landrat Karl Roth (CSU) versicherte in der Sitzung des Kreisausschusses, die Kreisbehörde werde allen Bürgermeistern verschiedene Finanzierungsmodelle vorstellen. Zuvor hatte Vize-Landrat Albert Luppart (FW) davor gewarnt, nach zehn erfolglosen Jahren die Umsetzung an den kommunalen Haushalten scheitern zu lassen. Kräftig die Werbetrommel rührte auch die Verkehrsmanagerin des Landkreises, Susanne Münster. Auch unter dem touristischen Aspekt bestehe dringender Handlungsbedarf (Infotafeln, Kartenmaterial, Tourenvorschläge). Wer heute mit dem Fahrrad im Landkreis unterwegs ist, findet beinahe in jeder Gemeinde eine andere Beschilderung vor. Lediglich die überregionalen Wegweiser sind einheitlich. Diesen unübersichtlichen Schilderwald möchte nicht nur Susanne Münster möglichst bald beseitigt wissen. Auch in den zuständigen Kreisgremien mehren sich die Stimmen, rasch zu einer einheitlichen Beschilderung zu finden. Alpstein sieht dies ebenfalls so vor und orientiert sich an der schon heute teilweise vorhanden grünen Beschilderung. An 1.138 Standorten sollen die Wegweiser einmal stehen, davon sind 670 bis dato bereits vorhanden. Diese einheitliche Beschilderung ist für Alpstein ein ganz zentrales Element, gefolgt von den Streckenergänzungen. Auch diese wurden den Kreispolitikern ausführlich vorgestellt: So fehlt auf Gemeindeebene Verbindungen zwischen Frieding und Aschering, zwischen Bachern und Buch oder zwischen dem Schiffsanleger Leoni und der Ortschaft Leoni. Im Umfeld der genannten Ortschaften fehlen darüber hinaus die Verbindungen zu den Nachbargemeinden, etwa zwischen dem nördlichen Ammersee, dem Pilsensee und Feldafing mit Tutzing und dem Starnberger See. Auch wird eine Achse zwischen Frieding über Landstetten nach Aschering angeregt. Die nichtvorhandene Verbindung Bachern und Buch ist für Alpstein auch überregional von Bedeutung, denn im Moment gibt es keinen tauglichen Radweg zwischen Wörthsee und Ammersee. Fehlende Anfahrten wurden auch für Allmannhausen und Berg sowie auf der anderen Seeseite zwischen dem Radwegende am Ortsrand von Feldafing und dem Bahnhof festgestellt. Einen „Nutzungskonflikt“ gibt es bei dem Privatweg zwischen Höhenrain und Berg, der Eigentümer habe sich mittlerweile beschwert, dass sein privater Weg als Radlroute genutzt werde, heißt es im Landratsamt. Um die Tourismusregion weiter aufzuwerten, sollte sich der Landkreis außerdem überlegen, sich auch mit den Nachbarn zusammen zu tun; die Vermarktung sieht nämlich auch verschiedene Tourenangebote mit verschiedenen Anforderungsstufen vor. Wer sich vorab informieren möchte, ob er einen Radweg (-route) mit der Familie fahren kann oder dieser doch eher etwas für Mountainbiker ist, kann sich darüber im Internat informieren. Dort werden auch Sperrungen und Schäden verzeichnet. „Dieser Auftrag hat sich rentiert“, stellte im Kreisausschuss Anne Franke (Grüne) fest und erinnerte an die (kreis-) eigenen Versuche von 2003 bis 2005. „Da haben wir nur einen einzigen Weg zustande bekommen.“ Auch Rupert Monn (EUW) pflichtete ihr bei, „das ist besser so, als dass jede Gemeinde ihr eigenes Konzept aufstellt“. Ebenfalls für das Büro Alpstein sprach sich Tim Weidner (SPD) aus. Er wusste aus Pfronten im Allgäu, dass dort das Konzept aus selber Feder seit drei Jahren gut funktioniere.

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