Kreissparkasse München-Starnberg-Ebersberg zieht zufriedenstellende Bilanz für 2016

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Starnberg – Das Geschäft der Kreissparkasse München-Starnberg-Ebersberg hat sich im vergangenen Jahr zufriedenstellend entwickelt. Das Kundengeschäftsvolumen wuchs bis Jahresende 2016 um über eine Milliarde Euro auf rund 20,5 Milliarden Euro.

Kennzeichnend hierfür waren vor allem die Einlagenzuwächse um 6,6 Prozent auf rund 9,3 Milliarden Euro, die deutlich über dem Vorjahr lagen. Besonders stark stiegen die Einlagen der unternehmerischen Kunden und Kommunen – und zwar um 14,8 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. „Im derzeitigen Zinsumfeld kostet uns das Wachstum der kurzfristigen Einlagen Geld. Die Zuflüsse haben sich in den vergangenen Monaten zusätzlich noch verstärkt, weil Wettbewerber Verwahrentgelte eingeführt haben,“ erklärte Vorstandsmitglied Josef Bittscheidt erklärte bei der Vorstellung der Zahlen. Deshalb berechne die Kreissparkasse seit Februar dieses Jahres selbst Verwahrentgelte für Einlagen von Kommunalkunden sowie großvolumige Einlagen unternehmerischer Kunden. „Für unsere privaten Kunden wollen wir Verwahrentgelte so lange vermeiden, wie wir es betriebswirtschaftlich verantworten können“, betonte Bittscheidt. „Sollte ein namhafter Wettbewerber Verwahrentgelt einführen, werden wir Maßnahmen ergreifen, die einen ungebremsten Einlagenzufluss vermeiden.“ Der Kreditbestand der Kreissparkasse wuchs um 6,5 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro. Getragen wird das Wachstum durch langfristige Finanzierungen, vorrangig Wohnbaudarlehen. Die Kredite unternehmerischer Kunden wuchsen um 7,4 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Die Ausleihquote der Kreissparkasse erreicht mit rund 87 Prozent das Vorjahresniveau. „Das zeigt, dass wir private und unternehmerische Investitionen in unserem Geschäftsgebiet mit den Kundeneinlagen finanzieren“, erklärte Bittscheidt. „So fördern wir den regionalen Geld- und Wirtschaftskreislauf – gemäß unserem Auftrag als Sparkasse.“ Die Bestände der Kundenwertpapiere stiegen um circa 4 Prozent auf gut 3,1 Milliarden Euro. Die Zinsspanne als Hauptertragsquelle der Kreissparkasse schrumpfte 2016 erstmals, um gut vier Prozent. Das dauerhaft niedrige Zinsniveau leite, so Bittscheidt, eine voraussichtlich mehrere Jahre anhaltende Phase sinkender Erträge ein. Um die sinkenden Erträge teilweise zu kompensieren, setzte die Kreissparkasse in 2016 umfangreiche Maßnahmen zur Kosteneinsparung um. Vergangenes Jahr hat sie 114 Stellen sozialverträglich abgebaut, was sich heuer im Personalaufwand niederschlagen wird. Auch der Sachaufwand wurde gesenkt. Einen großen Teil der eingesparten Kosten verwendete die Kreissparkasse 2016 für den Umbau von Standorten und den Aufbau der neuen Online-Filiale. Der ordentliche Aufwand reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um zwei Millionen Euro. Unter dem Strich sank das operative Ergebnis gegenüber 2015 um zehn Millionen Euro auf 99 Millionen Euro. Die positive Entwicklung des Wertberichtigungsbedarfs für Kredite und Wertpapiere und außerordentliche Erträge haben diesen Rückgang jedoch überkompensiert. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich zum Vorjahr um 14 Millionen Euro auf 111 Millionen Euro. Voraussichtlich zahlt die Kreissparkasse hiervon 28 Millionen Euro Steuern, darunter rund 13 Millionen Euro Gewerbesteuer an die Kommunen des Geschäftsgebiets. „Mit einem wesentlichen Teil des Jahresergebnisses werden wir wieder unsere Vorsorgereserven stärken. Sie dienen als Puffer, den wir für die langfristigen Auswirkungen der Nullzinspolitik benötigen werden“, erläuterte Bittscheidt. Den verbleibenden Gewinn von circa 21 Millionen Euro führt die Kreissparkasse wie in den Vorjahren den Rücklagen zu, um die steigenden Eigenkapitalanforderungen aus Basel III zu erfüllen. Ihre Marktanteile hat die Kreissparkasse weiter ausgebaut: Die Zahl der Privatgirokonten ist 2016 um 2,7 Prozent gewachsen auf rund 210.000. Seit Januar abgeschlossen ist der Umbau des Standortnetzes. Die Kreissparkasse ist nun mit 28 größeren Filialen, 24 Geschäftsstellen und 46 SB-Geschäftsstellen präsent. In den Filialen, die seit Juli von 7.30 bis 19 Uhr geöffnet sind, können sich Kunden auch in ihrer Mittagspause oder nach der Arbeit beraten lassen. Zusätzlich ortsungebunden – per Video oder telefonisch – erfolgt der persönliche Kontakt zum Berater in der neuen Online-Filiale. Dem Bedürfnis der Kunden, Bankgeschäfte von unterwegs zu erledigen, komme, so Bittscheidt, auch er neue Internetauftritt nach. Dieser sei inklusive Onlinebanking für die Nutzung mit Smartphones und Tablets optimiert. Außerdem würden die mobilen Banking-Apps laufend erweitert. An nützlichen Funktionen kamen 2016 die Fotoüberweisung und der Handy-zu-Handy Bezahldienst „Kwitt“ hinzu. Inzwischen nutzen rund 26.000 Kunden der Kreissparkasse die Apps für ihre Bankgeschäfte – 29 Prozent mehr als im Vorjahr. Auf konstantem Niveau bewegten sich 2016 die Spenden, Sponsorings und die Ausschüttungen der Stiftungen. Fast 1,4 Millionen Euro kamen unter anderem sozialen und kulturellen Zwecken sowie dem Breitensport zugute. 100.000 Euro flossen bei einer Spendenaktion an Kindertagesstätten aus den drei Landkreisen. Wichtig bleibt die Ausbildung des Nachwuchses: Zum Herbst dieses Jahres versucht die Kreissparkasse mindestens 40 Ausbildungsplätze für angehende Bankkaufleute zu besetzen. 33 davon sind bereits vergeben. Bittscheidt resümierte: „Mit unserem risikoarmen Geschäftsmodell befinden wir uns nach den Anpassungen des vergangenen Jahres auch unter den erschwerten Marktbedingungen auf einem stabilen Kurs.“ 2017 werde die Zinsspanne weiter schrumpfen, was über das stringente Sparmanagement ausgeglichen werde. „Voraussichtlich erreicht unser operatives Ergebnis 2017 somit das Niveau des Vorjahres.“ sb

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