Kein Selbstmord

Kripo FFB nimmt zwei Jugendliche fest: 19-Jähriger aus FFB gesteht Bluttat in Starnberg

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Das gefundene Waffenarsenal des 19-Jährigen aus Olching.

Starnberg/Fürstenfeldbruck – Wie wir bereits berichtet hatten, wurden am Sonntag, 12. Januar, in Starnberg in deren Anwesen ein Ehepaar und der Sohn mit tödlichen Schussverletzungen aufgefunden. Aufgrund der Situation ergab sich zunächst der Verdacht, dass der 21-Jährige seine Eltern und anschließend sich selbst getötet hatte. Am Freitag kam nun die Wende des Falls, nachdem ein 19-Jähriger, der mit dem 21-Jährigen befreundet gewesen sein soll, gestanden hatte, alle drei getötet zu haben.

Laut Andrea Mayer, von der Oberstaatsanwaltschaft München II, hat der junge Mann sogar ein Video mit seinem Handy gedreht - da ist allerdings nicht die Tat an sich zu sehen, sondern der Tatort. „Wir konnten das Video rekonstruieren und haben den Ort erkannt.“

Vor Ort stellten die Ermittler der Kripo Fürstenfeldbruck zwei Pistolen als Tatwaffen sicher. Parallel zur Bearbeitung des Tatortes und zur Rekonstruktion des Geschehens im Haus wurden intensive Ermittlungen zur Herkunft der Waffen geführt, für die keine waffenrechtliche Erlaubnis vorlag. Aufgrund von Zeugenaussagen im Umfeld des Ausbildungsbetriebes des 21-Jährigen, der eine Lehre als Büchsenmacher absolvierte, geriet der 19-jährige Bekannter ins Visier der Beamten. 

Waffenarsenal in Dachgeschoss gefunden

Es bestand der konkrete Verdacht, dass er illegale Waffen des 21-Jährigen aufbewahrt. Am Donnerstag Morgen wurde aufgrund richterlichen Beschlusses seine Wohnung in Olching durchsucht. Tatsächlich wurde im Dachgeschoss des Wohnhauses ein ganzes Waffenarsenal, darunter auch Kriegswaffen bzw. Stoffe, die zur Herstellung von Sprengstoff dienen können, sowie Munition aufgefunden. Mit Unterstützung von Sprengstoffexperten des Bayerischen Landeskriminalamtes wurden sämtliche Gegenstände sichergestellt und wurden derzeit entsprechenden Untersuchungen unterzogen. Der 19-Jährige sowie ein in der Wohnung anwesender 18-jähriger Bekannter aus dem Landkreis Starnberg wurden wegen des Verdachts eines Verstoßes nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz bzw. Sprengstoffgesetz vorläufig festgenommen und zur Polizeidienststelle verbracht. Im weiteren Verlauf erlangten die Ermittler neue Erkenntnisse zum Tatgeschehen in Starnberg. Der 19-Jährige schilderte den Ermittlern, dass er zunächst seinen Bekannten und dann die Eltern erschossen habe. Abschließend sorgte er für eine Auffindesituation, die den 21-Jährigen als Täter erscheinen ließ. Die detaillierte Schilderung und das Handyvideo belegen dieses Eingeständnis. Die Eltern wurden beide tot im Schlafzimmer gefunden. Der 21-Jährige in seinem Bett liegend mit der Waffe in der Hand. Es hätte wie ein Selbstmord aussehen sollen, hieß es bei der Pressekonferenz in Fürstenfeldbruck.

Der im Rahmen der Wohnungsdurchsuchung festgenommene Starnberger hatte seinen Bekannten zum Tatanwesen gefahren und nach der Tat wieder abgeholt. „Zum Tathergang und zum Motiv können wir momentan nicht viel sagen. Wir haben keine Erkenntnis, dass die Tat einen politischen Hintergrund hat, sie ist aber nicht ausgeschlossen“, erklärte Polizeipräsident Günther Gietl. Die Ermittlungen dazu dauern noch an. Die Staatsanwaltschaft München II stellte Haftantrag wegen Mordes bzw. Beilhilfe dazu sowie Verbrechens im Sinne des Kriegswaffenkontrollgesetzes gegen die Beschuldigten. Die heutige Vorführung beim Haftrichter am AG München ist erfolgt. Haftbefehl wurde jeweils erlassen und Untersuchungshaft angeordnet.

Von Alma Jazbec

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