Kritik an Finger-Print-System in Gilching

Am Gemeinderat vorbei soll in der Arnoldus-Grundschule in Gilching für den Einlass von Musikschülern ein Finger-Print-System eingeführt werden. Kritisch wird dies von FDP-Gemeinderat Stefan Hartmann gesehen. Unterstützung erfuhr er durch Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

Um den Zugang zu den Räumen in der Arnoldus-Grundschule zu gewährleisten, ohne eine Sicherheitslücke zu schaffen, sollen Musikschüler ab Januar einen biosymmetrischen Daumenabdruck abgeben. Während Bürgermeister Manfred Walter hinter diesem Sicherheitssystem steht, sorgt es andernorts für Kritik. Unter anderem hatte sich der Vater einer Musikschülerin darüber beschwert. Er sieht dadurch eine Verletzung des Datenschutzes gegeben. In einer gemeinsamen Presseerklärung versichern sowohl Bürgermeister Manfred Walter sowie die Grundschulleiterin Barbara Madlindl als auch der Musikschulleiter Roland Siegl, dass sie das Finger-Print-System unter den gegebenen Umständen für die praktikabelste Lösung halten. Es werde lediglich ein Daumenabdruck genommen, sodass keine weiter Daten bekannt werden. Anlass für den Bezug einiger Klassenräume durch die Musikschule war die Sperrung der Rathausturnhalle und die Einrichtung der Ganztagsklasse in der Hauptschule. „Deshalb kam es zu erheblichen Platzproblemen“, erklärte Walter. Kritisch steht auch Stefan Hartman (FDP) dem elektronischen Erkennungssystem gegenüber. „Ich distanziere mich ausdrücklich von dieser Maßnahme, die zunächst in jedem Fall im Gemeinderat hätte behandelt werden müssen“, stellt er in einem Schreiben an Bürgermeister Manfred Walter fest. Hartmann fordert nun, vor Installation des Finger-Print-Systems die Sache im Gemeinderat zu behandelt. Auch deshalb, weil ein Auftrag über insgesamt 77.000 Euro, darin ist auch die Erneuerung der Telefonanlage enthalten, im Rahmen eines dringenden Dienstgeschäftes und ohne Zustimmung eines zuständigen Gremiums vergeben wurden. „Bei ordnungsgemäßer Gebäudebewirtschaftung werden auslaufende Mietverträge in der Regel so rechtzeitig wieder vorgelegt, dass eine Befassung der entsprechenden Gremien mit etwaigen Nachfolgeanlagen und der darauf folgenden Ausschreibung genügend Zeit bleibt“, betont Hartmann. Abschließend stellt er fest: „Ich halte den Einsatz einer Hochsicherheitstechnologie von Scannern in Grundschulen und Musikschulen für unverhältnismäßig.“ Unterstützung bekam er am Sonntag in Andechs. Beim FDP-Jahrestreffen lehnte auch Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger den Daumenabdruck ab und bekräftige Hartmann darin, dagegen vorzugehen.

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