Kritik an mangelnden Informationen

Mit 4.394,50 Euro pro Jahr wird sich die Gemeinde Tutzing nun an den Kosten für das Starnberger Familienzentrum beteiligen. Foto: Jaksch

Die Gemeinde Tutzing wird sich endgültig an den Kosten des Starnberger Familienzentrums beteiligen. Das Plenum stimmte mit zwölf gegen sieben Stimmen einer auf zehn Jahre laufenden Finanzierung von 4.394,50 Euro per annum zu und bestätigte damit das Mehrheitsvotum aus dem Hauptausschuss.

Die bereits im Januar in der Kreisstadt bezogene neue Einrichtung des Kinderschutzbundes soll allen Gemeinden offen stehen, die sich nun gemäß Kostenschlüssel engagiert haben: Nachdem Gauting wegen einer eigenen Institution nicht mit von der Partie ist, erhöhte sich der Tutzinger Kostenanteil nochmals von ursprünglich veranschlagten 3.280,50 Euro auf knapp 4.400 Euro pro Jahr; hinzu kommt eine einmalige Anschub-Finanzierung von 606,30 Euro. Für Verärgerung sorgte bei den Tutzinger Gemeinderäten der Umstand, dass die Stadt Starnberg ihre Kostenanforderung ohne nähere schriftliche Begründung vorgebracht hatte. Rudolf Krug (ÖDP) und Christine Nimbach (Bündnis 90/Grüne) übten auch Kritik daran, dass es der Kinderschutzbund „anscheinend nicht für nötig hält, über die Homepage hinaus Informationsmaterial zu seiner neuen Einrichtung zu liefern, als Entscheidungshilfe“, so Nimbach. Sophie von Widersberg vom Landratsamt hatte allerdings bereits bei der Dezember-Sitzung in Tutzing erläutert, was das Familienzentrum alles leisten soll: Vor allem als Anlaufstelle für schwangere Frauen mit sozialen Problemen sei das Zentrum gedacht, so Widersperg damals. Der Ansatz, ehrenamtliche Kräfte für die Beratung einzusetzen und diese „im Crash-Kurs“ (Nimbach) kurz vorher zu schulen, machte auf die Tutzinger Grüne den Eindruck, „dass die sich da übernehmen“. Nicht mal im Jugendhilfeausschuss des Kreises sei über das Projekt gesprochen worden, so Nimbach, es sei „einfach schlecht vorbereitet und verlange zu viel Geld für´ ne Art Kaffee-Runde“. Andere Räte gaben zu bedenken, dass bereits ähnliche Einrichtungen wie etwa das „Netz für Kinder“ existierten, welches ebenfalls Familienberatung biete. Renate Geiger (SPD) brach jedoch eine Lanze für das Starnberger Familienzentrum: Unter den ehrenamtlichen Beratern seien „etliche ausgebildete Pädagogen“, deren Arbeit man nicht einfach so abwerten dürfe. Der 2. Bürgermeister Peter Stich (CSU) erinnerte daran, dass das Familienzentrum „einen gewissen Vertrauensschutz“ genieße, man möge doch den bereits Ende 2010 gefassten Grundsatzbeschluss nicht wieder umschmeißen, weil es jetzt etwas teurer werde oder bestimmte Tatsachen geschaffen wurden: Der Umzug des Familienzentrums in die neuen Räume sei halt unter Zeitdruck geschehen, „weil die sonst weg gewesen wären“, so Stich.

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