Finanzielle Hilfe für wichtigen Kulturbereich

Musikbranche in der Corona-Krise: GEMA und Bundesregierung schnüren Förderpaket

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Die Corona-Pandemie und die daraus resultierenden Beschränkungen haben die regionale Musikbranche hart getroffen. Um Veranstalter und Musiker finanziell zu entlasten hat die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit der GEMA ein Förderprogramm auf die Beine gestellt (Symbolbild).

Region - Mit Neustart Kultur hat die Bundesregierung ein Rettungs- und Zukunftsprogramm für den Kultur- und Medienbereich in Höhe von einer Milliarde Euro aufgelegt. Mit insgesamt 250 Millionen Euro werden seit August 2020 Kultureinrichtungen dabei unterstützt, die Wiedereröffnung und den Weiterbetrieb unter Corona-Bedingungen zu bewerkstelligen. Die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) koordiniert als ein wichtiger Partner des Investitionsprogramms und Förderer der Musikkultur die Verteilung der Fördergelder für Musikaufführungsstätten, Musikclubs und Festivals in Höhe von 30 Millionen Euro.

„Die Musikbranche ist eine der tragenden Säulen unserer Kulturlandschaft. Wie im gesamten Kulturbereich gilt es auch hier, die Infrastruktur in Zeiten der Krise zu erhalten. Dazu gehört, dass Musikerlebnisse auch unter Corona-Bedingungen möglichst bald und auf sinnvolle Weise wieder live stattfinden können. Deshalb unterstützen wir die Musikbranche in unserem Zukunftsprogramm Neustart Kultur auch mit erheblichen Mitteln. Damit diese Hilfen zügig wirken können, braucht es bei der Umsetzung solch millionenschwerer Förderprogramme erfahrene und bestens vernetzte Partner. Umso dankbarer bin ich der GEMA, dass sie sich dieser Herausforderung angenommen hat und uns in dieser außergewöhnlichen Situation so tatkräftig unterstützt", betont Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

„Kultur ist mehr als ein Bonus. Sie gestaltet jegliche Interaktion zwischen Menschen innerhalb einer Gesellschaft. In einer Zeit, in der Musik öffentlich keinen Raum haben kann, zeigt sich einmal mehr, dass Musikkultur von unverzichtbarem Wert ist. Für die GEMA ist es eine Herzensangelegenheit, den Neustart des durch die Corona-Pandemie zum Erliegen gekommenen Kulturangebotes in Deutschland zu ermöglichen“, sagt Dr. Harald Heker, Vorsitzender des GEMA-Vorstands. 

„In dieser Ausnahmesituation wollen wir ein starker und verlässlicher Partner für unsere Kunden sein. Wir wollen schnell und pragmatisch die von der Bundesregierung bereitgestellten Fördergelder verteilen und beratend zur Seite stehen, insbesondere wenn es darum geht, den Förderantrag zu stellen. Für diese Beratung stehen persönliche Ansprechpartner der GEMA bereit.“, erläutert Heker ergänzend. 

Musikalische Spielstätten erhalten durch die Fördergelder des Programms die Chance, ihren Betrieb unter den strikten Vorgaben zum Schutz vor der Ausbreitung des Corona-Virus wiederaufzunehmen und fortzuführen. Hierfür müssen umfassende Hygienekonzepte erstellt und bisweilen kostenintensive Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen vorgenommen werden.

Bis Ende Oktober Förderanträge einreichen

Noch bis zum 31. Oktober können die Betreiber von Musikspielstätten, Musikclubs und Festivals einen Antrag auf Förderung stellen. Der Bedarf ist groß – seit Start des Programms sind bundesweit mehr als 200 Anträge bei der GEMA eingegangen. „Neustart Kultur trifft einen Nerv. Bereits jetzt haben unsere Kunden ein Gesamtfördervolumen von über 15 Millionen Euro beantragt. Wir gehen davon aus, dass die Fördergelder des Programmteils bereits Mitte Oktober ausgeschöpft sind“, so Heker.

Die bisher bei der GEMA eingegangenen Anträge repräsentieren die Vielfalt der Musikkultur in Deutschland. Ob Elektro, Chormusik, Rock und Pop oder Klassik – alle Musikgenres sind vertreten und hoffen auf Unterstützung seitens der Bundesregierung. Hauptantragsteller sind neben den großen deutschen Musikfestivals auch die zahlreichen Musikspielstätten. Mit den Fördermitteln wollen die Unternehmen beispielsweise Umbaumaßnamen realisieren, um die Abstandsregeln und Hygienevorschriften in den Clubs sicherzustellen. Auch Erweiterungen von Bühnenaufbauten bei Festivals, um kleinere Publikumsgruppen vor den Bühnen zu versammeln oder die Digitalisierung der Ticketing- und Bezahlsysteme hin zu kontaktlosen Akkreditierungsprozessen sollen nun finanziert werden.

Was ist Neustart Kultur? 

Das Programm "Neustart Kultur" gliedert sich in vier Teilprogramme. Die GEMA unterstützt die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Monika Grütters, bei der Abwicklung des mit insgesamt 250 Millionen Euro bedachten Programmteils „Pandemiebedingte Investitionen in Kultureinrichtungen zur Erhaltung und Stärkung der bundesweit bedeutenden Kulturlandschaft“ für Musikspielstätten, Clubs und Festivals. Die einzelnen Fördersummen liegen zwischen 5.000 und 100.000 Euro und dienen zum Beispiel dazu Hygienekonzepte, Online-Ticketing-Systeme oder Modernisierungsmaßnahmen von Belüftungssystemen umzusetzen. Förderungsfähig sind alle – ab Antragsstellung – zukünftigen Musikvorhaben. Jeder Antragssteller muss bei Antragsstellung zehn Prozent an Eigenmitteln bereitstellen können.

Mehr Details und Förderbedingungen im Netz unter www.gema.de/neustart-kultur.

Von Kreisbote

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