„Balsam für die Seele“

Kurzcomeback der Herrschinger Sängerinnen im Advent

Herrschinger Sängerinnen
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Eva Fries, Renate Schlemmer und Judith Schönlau singen im Advent als „Herrschinger Sängerinnen“ wieder gemeinsam. Das Foto ist noch vor dem Lockdown entstanden.

Herrsching -  Ein Vierteljahrhundert lang waren sie die „Herrschinger Sängerinnen“, 2003 beendeten sie ihre aktive Zeit. Das Gesangstrio setzt sich aus Renate Schlemmer, Judith Schönlau und Eva Frieß zusammen – drei Sängerinnen, deren Gesang im Advent Gotteshäuser erfüllen wird. „Wir wollen den Menschen in diesen schwierigen Zeiten Freude und Zuversicht zu vermitteln“, sagen sie.  

Es war ein spontaner Einfall von Renate Schlemmer, als sie für September ihre goldene Hochzeitfeier plante: Die „Herrschinger Sängerinnen“ sollten den Nachmittag mit Volksliedern umrahmen. Die Herrschingerin trommelte ihre ehemaligen Mitsängerinnen und die Zitherbegleiterin Erna Meindl für eine Probe zusammen. Sie wollte ausprobieren, ob Texte und Melodien noch sitzen .Und tatsächlich stellte sich heraus: Jede Stimme und jede Liedzeile saßen, sodass sie die Darbietung wagen konnten. „Es war ein Riesenerfolg“, erinnert sich Schlemmer. Wie früher, als ihre klaren, geschulten Stimmen von Herrsching bis Südtirol zu hören waren. Frieß, die ehemalige Sportlehrerin, war die eifrige Liedersammlerin und schrieb diese dreistimmig für die Gruppe auf. Den Umfang des Repertoires schätzt Schlemmer auf an die zweihundert Stücke. Die Freundinnen blicken auf ein erfüllendes Vierteljahrhundert mit vielen schönen Auftritten zurück. Sogar Münchens Turmschreiber buchten die Sängerinnen regelmäßig. Lebhaft in Erinnerung geblieben sind die Gastspiele im „Pollinger Advent“. Besonders, weil sie dort dem Katschtaler Quartett begegneten, deren bekannter Leiter Hans Pleschberger zu einigen Liedern den für sie passenden dreistimmigen Satz geschrieben hat.

 Das Singen ist für die drei Frauen „Seelenbalsam“, betont Schönlau. Das Singen war es auch, das der ehemaligen Bildredakteurin über den Schmerz hinweggeholfen hat, als sie mit nur 38 Jahren von einem Tag auf den anderen verwitwete. „Judith und ich haben nie aufgehört zu singen“, betont Schlemmer, die vor ihrer Rente als Hauswirtschaftslehrerin arbeitete. Aber der Dreigesang sei schon etwas Einzigartiges. Entsprechend freuen sich die Frauen darauf, drei Messen von Pfarrer Simon Rapp mit weihnachtlichen Liedern zu untermalen. Darunter befinden sich Kostbarkeiten wie „Maria ging übers Gebirge“ oder „Jetzt kimmt a wunderbare Zeit“. Wichtig sei ihnen, mit ihren Liedern die altbairische Tradition weiterzutragen – und sie hoffen, „dass es noch lange so weitergehen kann“, sagen sie.

 Am kommenden Samstag ,12. Dezember, um 18 Uhr 30 treten die Herrschinger Sängerinnen im Lichtergottesdienst in Breitbrunn auf, am 20. Dezember um 11 Uhr 30 in der St. Nikolaus Kirche in Herrsching und Silvester um 17 Uhr in der St. Johannes Kirche in Inning.

 Michèle Kirner

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