Kurze Filme, großes Kino

Hatten Spaß bei der ersten Berger Kurzfilmnacht: (v.l.) Philipp Pröttel, Jürgen Tonkel und Andy Ammer. Foto: Höck

Ein Film- und Fernsehstar spielte bei der ersten Berger Kurzfilmnacht die Hauptrolle. Jürgen Tonkel war der Lokalmatador bei dem sehr gut besuchten Abend im Marstall, der von der lokalen Partei QUH veranstaltet wurde.

Der 49-jährige wuchs in Höhenrain auf und ist längst ganz oben angekommen. Er war bei mehr als 150 Kino- und TV-Filmen mit dabei, darunter Erfolgsfilme wie „Wer früher stirbt ist länger tot“ oder „Der Untergang“. Nun hat er seine erste Regiearbeit abgeliefert, die er noch vor der eigentlichen Premiere in München dem Berger Publikum vorstellte. Bei der Kurzfilmnacht war Tonkel aber auch als Schauspieler zu sehen, und zwar in dem Werk von Uwe Greiner. Und er brachte den jungen Regisseur Sebastian Stern mit, mit dem er zusammen den Kinofilm „Die Hummel“ gedreht hatte. Stern ist auf der Erfolgsspur und hat mittlerweile den bayerischen Filmpreis erhalten. Vor sieben Jahren drehte er den Kurzfilm „Der Fang des Lebens“, der im Marstall noch einmal gezeigt wurde. Außer Tonkel ist noch eine Regisseurin des Abends in Berg aufgewachsen: Katharina Nobis, die allerdings nicht anwesend sein konnte, weil sie nach Dreharbeiten in Italien noch auf der Autobahn war. Eines gemeinsam hatten diese vier Kurzfilme: sie beschäftigten sich alle mit dem Thema „Tod“ – mal anrührend, mal spannend, mal schmunzelnd. „Leave without Running“ von Tonkel zeigt einen Loser, der vor dem Exitus ein gefeierter Bühnenstar wird, bei „Der Fang des Lebens“ (Stern) steht ein Bub im Mittelpunkt, der mit dem Schlaganfall seines lieben Opas zurechtkommen muss. „Good Kill“ (Greiner) fängt den seelischen Kater eines Polizei-Scharfschützen nach dem „finalen Rettungsschuss“ ein und bei Katherina Nobis‘ „Rosalie und Bruno“ ging es um eine Oma, die den Sarg ihres Mannes aus einem Bestattungsinstitut raubt. Der fünfte Film war der Überraschungserfolg des Abends, gedreht wurde er von fünf Schülerinnen des Gymnasiums Kempfenhausen. Schon der Titel „Gleiche Heimat – andere Welt“ sagte alles: es wurde der sonnenbebrillte Starnberger Jungschnösel gezeigt, der von Papas Geld lebt (bester Satz: „Ich habe keine Zeit zum Arbeiten“). Im Kontrast dazu der traditionsbewusste Bauernbub, der früh um sechs aufstehen muss und abends nach dem Stall zum Burschenverein geht. Herrliche Porträts, die sehr authentisch wirkten und bei denen wegen der treffenden Klischees auch mal herzlich gelacht werden konnte.

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