Lärm und Musik: Bis Ende September soll es rund um den Weßlinger See Patrouillengänge geben

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Weßling – Es ist Montagabend am Weßlinger See. Zwei Jugendliche haben es sich auf einer Bank gemütlich gemacht. In der Hand ein Bier, aus einem Lautsprecher scheppert Techno, während sie über Gott und die Welt reden. Es ist laut. Und die Lautstärke nimmt mit fortgeschrittenem Alkoholkonsum zu, wissen die Seeanwohner aus leidvoller Erfahrung.

Wie berichtet fordern sie deshalb die Gemeinde auf, etwas dagegen zu unternehmen. Eine strengere Satzung und ein Sicherheitsdienst, der ab diesem Monat probeweise bis Ende September mit zwei Wachleuten mehrmals wöchentlich um den See patrouilliert, soll es jetzt richten, beschloss der Gemeinderat am Dienstag. Ursprünglich wollte man den Punkt Sicherheitsdienst hinter verschlossenen Türen besprechen. Dann entschied sich der Ratstisch doch noch für die offene Aussprache – und das zeigte, dass man sich in der Runde keineswegs einig war. Christian Zollner (FW) etwa hatte die vergangenen Wochen regelmäßig eine Runde um den See gedreht und „keine großen Unruhen gehört“. Er fand den Einsatz „überzogen“. Auch wollte er die Jugendlichen nicht grundsätzlich vom See zu vertreiben. Andreas Lechermann (CSU) war dafür und wies darauf hin, dass nicht nur die Jungen lärmen. Und Birka Camerer (Grüne) hatte mit einigen Weßlingern gesprochen. Ihr Fazit: „Viele wollen keinen Sicherheitsdienst.“ Die Wachleute seien „Ansprechpartner in Zivil, keine Sheriffs“, betonte Bürgermeister Michael Muther. Das sah Petra Slawisch (Grüne) nach der (nicht öffentlichen) Präsentation zweier Firmen anders: Diese trügen sehr wohl uniformähnliche Kleidung – und stellte außerdem in Frage, ob sie die einwöchige Ausbildung in Richtung Schlichten wirklich zum kompetenten Ansprechpartner macht. Und: „Ich wurde von Weßlingern angesprochen, in deren Straße wiederholt eingebrochen worden ist. Sie hätten auch gerne einen Sicherheitsdienst.“ Ob das Rathaus Polizeiaufgaben übernehmen muss, fragte sich Susanne Mörtl (SPD) und wiederholte den Wunsch nach einem Streetworker. Der Rathauschef wehrte ab. Außerdem wusste er von Bürgern, die ihren Spaziergang an gewissen Stellen lieber an der Hauptstraße fortsetzten. In Germering und Herrsching habe man gute Erfahrung mit den Sicherheitsleuten gemacht, warb CSU-Mann und Seeanwohner Roland von Rebay dafür. Dort habe man schwerwiegendere Probleme wie Messerstecherei und Drogenhandel, so Slawisch. Mit 11 zu 5 entschied sich das Gremium für den Sicherheitsdienst. Regelmäßige Berichte an die Verwaltung und Rücksprache mit den Anwohnern sollen entscheiden, ob man das fortsetzt. Eine Beschallung dürfte demnächst aufhören: Das Musikhören ist nach der neuen Satzung überall am See nur noch mit Kopfhörer erlaubt. mk

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