Lärmschutz für Gräfelfing

„Viele Jahre haben wir diskutiert und für besseren Lärmschutz an der A96 gekämpft. Bis zum Bundesverwaltungsgericht ist diese Diskussion vorgedrungen, wenn auch ohne Erfolg. Dafür war endlich der Weg frei für gemeinsame Lösungen und neue Ideen“, so Gräfelfings Bürgermeister Christoph Göbel. Erstmals in der Geschichte der Autobahn wird im gesamten Verlauf in der Gemarkung Gräfelfing eine Maßnahme vorgenommen, die zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen in den Wohngebieten führe, betonte Göbel beim symbolischen Spatenstich vergangenen Freitag.

Der neue Dünnschichtbelag verspricht eine signifikante und spürbare Senkung der Lärm­immissionen der A96. Göbels Dank galt vor allem dem Präsidenten der Autobahndirektion Südbayern, Paul Lichtenwald. Er war und ist für die Gemeinde stets ein konstruktiver Ansprechpartner. Nicht zu vergessen die Mitarbeiter im Innenministerium und dem Bundes­verkehrsministerium, insbesondere Staatssekretär Andreas Scheuer wie auch dem Bundestagsabgeordneten Florian Hahn. „Wie stark der politische Wille ist, den Menschen in Gräfelfing wirklich zu helfen, zeigt heute die prominente Besetzung.“ Einer, der von Anfang an dem Projekt Pate stand, ist der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon. „Schon als Bundestagsabgeordneter, dann als Staatssekretär und heute als Minister hast Du Dich für Gräfelfing stark gemacht“, sagte Göbel. Mit dem Projekt habe die Politik heute bewiesen, wie viel machbar sei, wenn alle Ebenen miteinander kooperieren. Staatssekretär An­dre­as Scheuer knüpfte in seiner Rede an die erfolgreiche Kooperation von Gemeinde, Land und Bund an. „Dieses Projekt ist ein super Beispiel, wie Ebenen miteinander kooperieren können und gemeinsam gute Lösungen erreichen.“ Dies wäre aber nicht möglich gewesen, wenn sich die Gemeinde Gräfelfing nicht so unglaublich stark gemacht hätte. Nebenbei verkündete Scheuer, dass er heute auch nicht mit leeren Händen kommt und der Bund noch etwas drauflegt. Ermöglicht wird dies durch die erst kürzlich beschlossene Reduzierung der Lärmschutzgrenze um drei De­zibel. Deshalb könne Gräfelfing mit einem weiteren Zuschuss im sechsstelligen Bereich rechnen, so Lichtenwald. Georg Fahrenschon ist selten zu einem Außentermin so gerne gefahren wie heute, wie er sagte. „Um Lebensqualität zu schützen und auszubauen zu können, brauchen wir wirtschaftliche Leistungskraft.“ Lärmschutz bringe viele Schwierigkeiten mit sich. Dass das Projekt letzlich zum Erfolg wurde, ist auch dem ganz speziellen Einsatz des Bürgermeisters zu verdanken. Göbel habe konstruktiv und mit Nachdruck alle politischen Ebenen an ihre Aufgaben erinnert. Präsident Lichtenwald stellte abschließend die Maßnahme von der technischen Seite vor. Bei 100.000 Fahrzeugen täglich könne weder die Autobahn noch die Anschlussstellen gesperrt werden. Dies erfordert ein besonderes Bauablaufkonzept. „Mit Ausnahme von Sperrzeiten wird rund um die Uhr gebaut.“ Während den Hauptverkehrszeiten von 5 bis 12 Uhr in Richtung München und von 12 bis 20 Uhr Richtung Lindau wird die Baustelle komplett geräumt. Auf einer von Länge von 9,2 Kilometer - davon 4,6 im Bereich Gräfelfing - wird die Fahrbahndecke abgefräst, gereinigt und mit einem Dünnschichtbelag im Heißeinbau versiegelt. Dieser Belag ist um vier bis fünf Dezibel leiser, so Lichtenwald. „Dadurch er­reichen wir eine hörbare Verbesserung des Lärmschutzes.“ Die Gesamtkosten liegen bei 1,9 Millionen Euro. Gräfelfing beteiligt sich nach bisherigem Stand mit 660.000 Euro an den Baukosten. Als letzter Bauabschnitt wird im Ber­eich des Tunnels ein hellerer Belag zur besseren Sicht aufgebracht. Lichtenwald rechnet mit einer Bauzeit von insgesamt 14 Tagen. Bei einem Regentag verzögert sich die Maßnahme um einen weiteren Tag. Mit den Bauarbeiten wurde vergangenen Samstag in Richtung München begonnen.

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