Kleiner Sitzungssaal wird zur Einsatzzentrale umfunktioniert

Landkreis Starnberg für Corona-Katastrophenfall gerüstet - Führungsgruppe trifft sich täglich

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Landrat Karl Roth (Zweiter von links) bespricht mit Georg Rötzer (Erster von links), Kreisbrandinspektor Helmut Schweickart und Dieter Hofer die aktuelle Coronavirus-Lage im Landkreis.

Landkreis – Der Landkreis Starnberg ist für eine rasante Ausbreitung des Coronavirus bestens gerüstet. Im Vorratslager in Oberpfaffenhofen liegen derzeit 3900 Liter an Desinfektionsmittel, mehr als 17.000 FFP2-Schutzmasken sowie hunderte Schutzanzüge und Schutzbrillen. Die weitere Beschaffung von Schutzmaterialien für Krankenhäuser und Alten- und Pflegeheime läuft auf Hochtouren und hat derzeit oberste Priorität. Wie sich das Landratsamt als Katastrophenschutzbehörde für den Coronavirus-Ernstfall wappnet, erklärte Landrat Karl Roth zusammen mit den Mitgliedern der Führungsgruppe unlängst in einem Pressegespräch. 

In Zeiten wie diesen tagt die „Führungsgruppe Katastrophenschutz" (FüGK) des Landkreises Starnberg täglich. Um ein ungehindertes Arbeiten zu ermöglichen, wurden die Räume des Landratsamtes kurzerhand zu Schaltzentralen und Besprechungsräumen umfunktioniert. „Wir opfern den kleinen Sitzungssaal und das Stuhllager“ sagte Roth. Im kleinen Sitzungssaal finden derzeit tägliche Besprechungsrunden mit Verantwortlichen aus dem politisch-administrativen Bereich, dem taktisch-operativen Bereich sowie verschiedenen Fachdiensteinsatzleitungen, zu denen unter anderem Polizei, Rettungsdienste, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Bundeswehr gehören, statt. Die große Runde tagt um 16 Uhr. Eine kleinere Besetzung trifft sich bereits um 10 Uhr, um die wichtigsten Vorkommnisse und Meldungen die in der Nacht eingetroffen sind zu besprechen und zu sondieren.

Derzeit arbeiten stets zwei Mitarbeiter des Landratsamtes nachts, um Anfragen von Arztpraxen, Meldungen von Ministerien und der gleichen mehr zu sammeln, um sie dann am Morgen den zuständigen Stellen zur raschen Bearbeitung vorlegen zu können. „Wir müssen einfach langfristig planen“, mahnte Georg Rötzer, Bereichsleiter der BRK-Einsatzdienste im Landkreis.

"Diesmal ist alles anders"

Die Corona-Pandemie stellt für die „Führungsgruppe Katastrophenschutz" (FüGK) eine große Verantwortung dar. „Normalerweise bahnt sich eine Katastrophe von unten an, diesmal ist es allerdings ganz anders“, betonte Kreisbrandinspektor Helmut Schweickart. Die Vorgaben, wie im Ernstfall vorzugehen ist, kommen nun von der bayerischen Staatsregierung und den zuständigen Ministerien, also von ganz oben. Für landkreisbezogene Katastrophenfälle ist dieses Vorgehen eher unüblich, so Schweickart. Da es sich um eine weltweite Pandemie handelt, gehen auch im Landkreis Starnberg, zumindest was die Vorbereitungen für einen möglichen Katastrophenfall angeht, etwas anders als sonst.

Schutz der Gesundheit hat oberste Priorität

Die Gewährleistung eines umfassenden Gesundheitsschutzes hat aber nicht nur in der Bevölkerung höchsten Stellenwert, sondern auch innerhalb der „Führungsgruppe Katastrophenschutz“. Um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben, tragen die Mitglieder der jeweiligen Einsatzgruppen bei ihren Lagebesprechungen stets einen Mundschutz. Es werden auch zusätzlich Temperaturkontrollen durchgeführt, um ein mögliches Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten.

Einige Hotels und Veranstaltungsorte im Landkreis, wie zum Beispiel das Haus der bayerischen Landwirtschaft in Herrsching, haben bereits ihre Zusage erteilt im Bedarfsfall genügend Raum für das Aufstellen von Krankenbetten zur Verfügung zu stellen.

Von Florian Ladurner

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