Standortförderer in Gauting

Neuer Ansprechpartner im Rathaus

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Gauting – Zwar steht er sozusagen noch mit einem Bein in der Schweiz – Frau und Kind sind noch nicht umgezogen – aber die Chance, wieder in die Heimat zu ziehen, ließ Fabian Kühnel-Widmann nicht ungenutzt.

Seit dem 1. November ist der gebürtige Garmisch-Partenkirchner als Standortförderer in Gauting tätig. Eine Aufgabe, für die der diplomierte Geograph sowohl theoretische als auch praktische Erfahrung gesammelt hat: Seit Oktober 2011 ist Kühnel-Widmann Gastdozent an der Technischen Hochschule Deggendorf und lehrt zu Themen wie Regionalentwicklung und Angebotsvermarktung. Zudem arbeitete er in der Schweiz am Institut für Tourismuswirtschaft der Hochschule Luzern und hat in Sankt Gallen zur Rolle der Regionalpolitik bei der Entwicklung alpiner Wintersportdestinationen promoviert. Ein gewisser Heimatbezug blitzt da bei seiner Doktorarbeit durch, er habe „eher Skifahren als schwimmen“ gelernt, so Kühnel-Widmann. Aufgewachsen ist der Standortförderer in Unterschleißheim und kennt daher auch die Sogwirkung Münchens, die sich bis Gauting bemerkbar macht. Der 38-Jährige schätzt diesen Umstand als überwiegend günstig für das Würmtal ein, lediglich die Immobilienpreise seien dadurch entsprechend hoch.

Die Idee, einen Standortförderer einzustellen, treibt Gauting bereits seit ein paar Jahren um und war auch Bestandteil des Wahlkampfprogramms der Bürgermeisterin Brigitte Kössinger. Nun folgt die Kommune den umliegenden Gemeinden Planegg und Neuried, die ebenfalls aktive Wirtschaftsförderung bertreiben. Kössinger ist froh, mit Kühnel-Widmann einen direkten Ansprechpartner für Gewerbetreibende gefunden zu haben. Aufgrund unklarer Zuständigkeiten seien Anfragen früher oft „versandet“ oder haben für Arbeit an Stellen gesorgt, an denen sie an sich nicht vorgesehen war. Beispielsweise bei der Organisation des vergangenen Weihnachtsmarktes mit der die Öffentlichkeitsarbeit „eigentlich überlastet“ gewesen sei, so Kössinger bei einem Pressegespräch. Kühnel-Widmann soll nun vor allem die Koordination übernehmen, das Gewerbe mit den zuständigen kommunalen Stellen an einen Tisch bringen und so Gauting als Wirtschaftsstandort attraktiver machen. Ein Projekt, das der Bürgermeisterin vorschwebt, ist die Neugestaltung der Gautinger Bahnhofstraße. Mit Wettbewerben will sie positive Anreize schaffen und hofft in diesem Zusammenhang auf den Einsatz des „Werkzeugkoffers“ des Citymanagers, wie Kühnel-Widmann auf Neudeutsch genannt wird. Der will neben der Bahnhofstraße noch weitere Projekte in Angriff nehmen, etwa die Entwicklung des Gewerbegebietes im Nordwesten Gautings und die Begleitung des städtebaulichen Entwicklungskonzepts, insbesondere was den Einzelhandel betrifft. Darüber hinaus will er mit den Wirtschaftsförderern der benachbarten Gemeinden kooperieren, um vom gegenseitigen Know-How zu profitieren. Mit der Gesellschaft zur Förderung der Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung im Landkreis Starnberg (gfw) strebt die Gemeinde ebenfalls eine Zusammenarbeit an.

Zu seinen Freizeitaktivitäten zählt Kühnel-Widmann neben Skifahren auch Segeln und Rudern, an Möglichkeiten seinen Hobbies nachzugehen, wird es ihm im Fünfseenland jedenfalls nicht mangeln. Dann fehlt dem 38-Jährigen lediglich noch Frau und Kleinkind, die sich noch in der Schweiz aufhalten. Doch „langfristig ist ein Umzug geplant“, sagte der „neue Mann“ im Rathaus. Carolin Dameris

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