Kinderarmut im wohlhabenden Landkreis Starnberg

Eine Arbeitsgruppe soll es richten

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Viele Eltern im Landkreis sind darauf angewiesen, was diese beiden Damen an Kleidungsstücken für den Kindersachen-Flohmarkt zusammentragen.

Landkreis – Es bleibt dabei: Der Landkreis Starnberg wird für die Bekämpfung der Kinderarmut einen eigenen Arbeitskreis mit wissenschaftlicher Begleitung ins Leben rufen. Dafür gibt’s 20.000 Euro aus der Kreiskasse.

Da half auch der flammende Appell von FDP-Kreisrat Wolfgang Weber-Guskar nichts, das Geld doch lieber für praktische Hilfe einzusetzen. Antragsteller Tim Weidner (SPD) kann mit dem vom Kreistag in seiner letzten Sitzung in der alten Legislaturperiode verabschiedeten Beschluss gut leben: „Dieser Beschluss heute ist ein erster wichtiger Schritt“, betonte Weidner, der das Thema vergangenen Sommer auf die politische Bühne hob. Laut Sozialamtsleiter Friedrich Büttner sind im wohlhabenden Landkreis Starnberg aktuell 310 Kinder und Jugendliche von Armut betroffen. Bei den über 65-Jährigen sind im Vergleich „nur“ 144 von Altersarmut betroffen. Vor allem Kinder aus sozial schwachen Familien, besonders wenn deren Eltern selbst staatliche Hilfen bezögen, seien auch im späteren Leben von Armut bedroht. „Das ist wie eine Spirale und sehr schwierig, auch später aus der Armutsfalle wieder heraus zu kommen“, schilderte Büttner. „Wir brauchen mehr Erzieher und eine bessere Bezahlung für diese Berufsgruppe“, appellierte Wolfgang Weber-Guskar (FDP). Die Mittel des Landkreises seien für Ausbildung und Förderung dieser Personen besser investiert, versicherte dieser. Was auch die scheidende Brigitte Servatius (SPD) so sah: „Wir wissen doch, wieviele wissenschaftliche Studien in den Schubladen liegen“, sagte Servatius, das Thema sei zudem im Sozialausschuss besser aufgehoben als in einer Arbeitsgruppe, die es noch gar nicht gebe. Und Grünen-Kreisrat Peter Unger hob hervor, dass „Kinderarmut eng mit dem Einkommen der Eltern“ verbunden sei. Seiner Meinung zufolge „müssen die Gesetze geändert werden“, was aber nicht der Starnberger Kreistag könne, wie wenig später Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) versicherte. Am Ende folgte das Gremium einstimmig der Empfehlung von Verwaltung und Kreisausschuss. O. Puls

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