Auszeichnungen verliehen

Kulturpreise des Landkreises

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Landkreis – In feierlichem Rahmen fand kürzlich die Verleihung der Kulturpreise des Landkreises Starnberg statt. Landrat Karl Roth verlieh die Auszeichnungen im Sitzungssaal des Landratsamtes.

Den Kulturpreis für Literatur erhielt Gerd Holzheimer aus Gauting. Die Puppet Players(Susanne Forster und Stefan Fichert, ebenfalls Gauting) erhielten den Kulturpreis für Theater. Der Kulturförderpreis wurde dem Starnberger Elias Wagner verliehen. Margit Katharina Kleber vom Gymnasium Tutzing erhielt den Anerkennungspreis. Holzheimers literarischer Ton birgt Witz, Satire und nachdenkliche Melancholie. Geprägt von altbayerischer Mentalität und Ausdruckskraft sind seine Texte niemals „tümelnd“ und antiquiert, sondern frisch, gegen den Strich gebürstet und anarchisch. Die Region Starnberg, die Holzheimer seit Jahrzehnten als Heimat erlebt und durchwandert, verdankt ihm Hunderte von Lesungen, Salongesprächen, Exkursionen und Ausstellungen. Nach Meinung der Jury ist Holzheimer aus dem Kulturleben des Landkreises Starnberg nicht wegzudenken. Mit dem Kulturpreis wird sein vielseitiges, seit Jahrzehnten aufgebautes literarisches Werk aber auch sein kulturelles Engagement für den Landkreis gewürdigt.

Nach der Verleihung des Kulturpreises überraschte Kulturreferentin Barbara Beck Holzheimer mit der Übergabe seines neuesten Werkes „Das München Album“. Holzheimer hat sich mit gemeinsam mit Katja Sebald auf Spurensuche zwischen Wirtschaftswunder und Studentenrevolte gemacht. Herausgekommen ist ein „Erinnerungs-Tagebuch“, das Lust zum Stöbern macht und das Holzheimer bei der Preisverleihung fast die Sprache verschlug. Heute hatte er nicht mit der Veröffentlichung seiner langhaarigen Hippie-Bilder gerechnet, da er doch vom Volk Verlag München eigens darauf hingewiesen worden war, dass sich die Herausgabe des Buches verzögern wird.

Susanne Forster und Stefan Fichert (besser bekannt als die Puppet Players) sind nach Meinung der Jury im Bewusstsein der Tradition neue Wege gegangen und haben Neues geschaffen. Sie haben mit ihrer Kreativität und ihrer innovativen, handwerklich ausgereiften Gestaltung eine völlig neue Figurenform entwickelt, die Klangfigur, eine Hybridform aus Theaterpuppe und Musikinstrument. Durch ihre Gastspiele und Festivalauftritte national und international sind sie zu einem festen Begriff geworden. Ihre Wurzeln und ihre Schaffenskraft lagen und liegen in der Region Starnberg. Sie haben mannigfaltig und reich zum Kulturleben des Landkreises Starnberg und darüber hinaus beigetragen. Die Kulturpreis wurde Ihnen, wie Landrat Roth bei der Preisverleihung unterstrich, für ihr Lebenswerk verliehen.

Der Kulturförderpreis wurde dem 28-jährigen Elias Wagner verliehen. Er überzeugte die Jury mit seinem Romandebut, einer Geschichte vom Horror und Zauber der Pubertät, wie sie der Ich-Erzähler in den Sommerferien am Starnberger See erlebt. In seinem Buch fesselt Wagner den Leser bis zur letzten Zeile. Das zurückgezogene Eigenbrötlerdasein des Jungen öffnet sich nach und nach. Die erste große Liebe, Erfahrung mit dem Tod des Opas im Seniorenheim, der kauzige Vater mit seinem Familiengeheimnis, dem Tod der Mutter im Starnberger See. Der Titel des Buches, der sich aus dem „Buch der Insekten“, dem Lieblingsbuch des Protagonisten ableitet, zieht sich durch das gesamte Werk hindurch. Das Buch ist bestimmt von vollkommen eigenen, ungewöhnlichen und sensiblen Ausführungen. Die Jury war sich einig, dass es sich bei Elias Wagner um eine Schriftstellerpersönlichkeit handelt, die sich durch besondere künstlerische Eigenständigkeit auszeichnet. Sein Romandebüt weicht in markanter Weise vom Mainstream ab.

Margit Katharina Kleber ist seit 2002 Lehrerin am Gymnasium Tutzing. Sie erhielt für ihre ungewöhnlich kreativen und zeitkritischen Projekte in den Bereichen Literatur und Theater sowie für ihr außergewöhnliches und vorbildliches Engagement den Anerkennungspreis des Landkreises. Sie verknüpft geschickt die hoch qualitative Arbeit ihrer schulischen Theatergruppe mit Kulturveranstaltungen der Gemeinde Tutzing und erzielt damit auch überregionale Resonanz. Mit ihrem Einsatz begeistert sie die Schülerinnen und Schüler nachhaltig für Literatur und Theater.

In seiner Festrede ging Landrat Karl Roth auf das vielfältige und abwechslungsreiche Kulturleben im Landkreis Starnberg ein. Seit 2002 habe der Landkreis 18 Kulturpreise, elf Kulturförderpreise und drei Anerkennungspreise verliehen. Jeder der Preisträger würde auf seine Weise den Landkreis Starnberg repräsentieren und den Namen Starnberg weit über seine Grenzen hinaus tragen. Die Kulturpreise werden jährlich in wechselnden Kategorien vergeben. Ausgeschrieben war heuer der Bereich „Literatur und Theater“. Der Kulturpreis ist mit 4.000 Euro dotiert, der Kulturförderpreis mit 3.000 Euro und der Anerkennungspreis mit 2.000 Euro. kb

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