Gegen Gewalt von Rechts

Mehr Toleranz und Offenheit

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Landkreis – Ausländerfeindliche Schmierereien, rechte Parolen und Verherrlichung der Nazi-Diktatur – an den Schulen im Landkreis Starnberg finden derartige Umtriebe keinen Platz. Und wenn doch?

Direktoren und Leiter erläuterten im Arbeitskreis gegen Rechts (Runder Tisch für Toleranz, Demokratie und Menschenrechte), wie sie in ihren Schulhäusern mit dem Thema Rechtsextremismus umgehen und in den Unterricht einbauen. Die Jugendlichen im Landkreis sollen zu offenen, aufgeschlossenen und toleranten jungen Menschen erzogen werden, betonten im Landratsamt alle Lehrkräfte und schilderten ihre jeweiligen Schwerpunkte. Schulleiter Peter Mayer vom Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching nannte die „ganz bewusste Beschäftigung“ mit dem Namensgeber des Gymnasiums. Dessen Hinrichtung 1943 jährt sich am 22. Februar wieder, „das nehmen wir zum Anlass, um wieder eine große Veranstaltung zum Thema Nationalsozialismus durchzuführen“. Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, wird den Hauptvortrag halten und der BR-Journalist Thies Marsen wird zu den NSU-Morden referieren. Im Juli 2009, so Mayer weiter, habe sich das Gymnasium an der Demo gegen die NPD-Kundgebung in Gilching beteiligt. Die Aktion mit 1.500 weißen Rosen, die wenig später an dem Kundgebungsort niedergelegt wurden, fand übrigens zahlreiche Nachahmer. Wenn Max Mannheimer, einer der wenigen noch lebenden Zeitzeugen, zu Gast an der Schule ist, „können Sie eine Nadel fallen hören, so still ist es dann“, schilderte Mayer die Atmosphäre. Was Annette Derksen sofort bestätigte, auch für die Schülerinnen und Schüler der Montessori-Schule Biberkor hätten die Gespräche mit Menschen, die den National- sozialismus und den Krieg noch miterlebt haben, am meisten beeindruckt. „Das Gespräch mit den Zeitzeugen ist so wichtig“, befand auch die Direktorin der Benedictus-Realschule Tutzing, Susanne Fedchenheuer. Denn die Schüler könnten schlicht nicht zwischen dem 30-jährigen Krieg und dem Zweiten Weltkrieg unterscheiden. „Das ist für sie beides zu weit weg.“ Anne-Katrin Schallameier von der Mittelschule Tutzing beschäftigte sich mit ihren Schülern mit dem preisgekrönten Film „Endstation Seeshaupt“ von Walter Steffen. „Die haben den nicht mehr losgelassen, so hat sie das bewegt.“ Aber wie soll man mit Neonazis umgehen und dem alltäglichen Rassismus begegnen? Bei Letzterem genügt schon, „einmal den Mund aufzumachen“, schilderte Monika Meyer-Brühl (SPD) ein Erlebnis bei einer Zugfahrt. Wie man Nazis begegnet und gegen rechte Gewalt aktiv wird, dazu gibts Infos bei der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus (BIGE); www.bayern-gegen-rechtsextremismus.bayern.de. po

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