Seefelder Bürgerdialog

Rathaus dauerhaft im Technopark?

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Seefeld – Es gibt nichts Beständigeres, als ein Provisorium, sagt der Volksmund. Beim Thema Rathaus in Seefeld scheint sich diese Erfahrung zu bewahrheiten.

Viel Applaus bekam der Vorschlag von Hans Seger, die Räumlichkeiten im Technopark als Dauer-Lösung festzuzurren. Rund 200 Besucher waren zum ersten Bürgerdialog zum Thema „Neues Rathaus für Seefeld“ in den Sitzungssaal am Techno-Park gekommen. Und wie schon in der Sommersitzung des Gemeinderats, eröffnete Gabriele Übler, dass der Raumbedarf für ein „lebensorientiertes Vollrathaus“ für eine Kommune mit derzeit rund 7.500 Einwohnern mindestens 1.469 Quadratmeter Nutzfläche beträgt. „Die Basis für meine Berechnung war der hohe Qualitätsanspruch der Gemeinde“, sagte Übler. Sie plädierte außerdem für einen Aufstockung des Stellenplans von derzeit 21 Beschäftigen auf 24 bis 25 Beschäftigte.

Das ursprüngliche Raumprogramm von 2014 sah 1.508 Quadratmeter vor, weshalb sich die Gemeinde für einen Neubau entschied.

Dagegen wetterte die Bürger- initiative „Rathaus Seefeld“, die sich unter Federführung von Josef Hofmann für den Erhalt des alten Rathauses plus Anbau stark gemacht und erfolgreich einen Bürgerentscheid herbeigeführt hatte, wie ein solcher zweistöckiger Anbau aussehen könnte, stellte Architekt Clemens Pollok anhand einer Zeichnung vor. „Maximal sind 1.800 Quadratmeter möglich. Mehr geht nicht. Notwendige Verkehrsflächen sind noch nicht berücksichtigt“, erklärte er. Hofmann monierte grundsätzlich das Zahlenmaterial. „Wir hätten uns mehr Objektivität hin zu einer politischen Entscheidung gewünscht. Schade, dass wir, wie angeboten, nicht bereits im Vorfeld diese Diskussion führen konnten. Vielleicht wären dann auch bei Frau Übler andere Zahlen herausgekommen.“ Polloks Anbauskizze bezeichnete Hofmann als „unrealistisches Hochzeitstortenmodell“. Geht es allerdings nach der Mehrheit der Versammlung, dann können die ins Geld gehenden Bürgerdialoge sofort beendet werden. Generell plädierte die Versammlung auf den Erhalt der Rathausverwaltung im zentral gelegenen Technopark. Zumal sich der Standort mittlerweile bewährt hat. „Lasst’s doch alles so, wie es jetzt ist. Optimaler geht es nicht“, sagte Hans Seger unter großem Applaus. „Am Raumbedarf gibt es nichts zu Rütteln. Frage ist doch nur, wie lässt es sich am besten realisieren. Durch einen Anbau am alten Rathaus bestimmt nicht. Meines Erachtens sind die Räumlichkeiten im Techno-Park optimal. Von der Gesamtgemeinde aus gesehen liegt dieser Standort in der Mitte aller Ortsteile.“

Dass dies durchaus auch im Sinne von Bürgermeister Wolfram Gum ist, räumte der Rathauschef auf Bitte von Frank Meyer-Brühl ein. „Damit spricht er vielen Bürgern aus dem Herzen“, sagte Meyer-Brühl. Gum ließ sich nicht zweimal bitten: „Hier ist der ideale Standort. Auch die Mitarbeiter sind hoch zufrieden. Die Pacht ist günstiger, als wenn wir einen Kredit für einen Neubau aufnehmen müssten. Außerdem können wir diverse Räumlichkeiten und 120 von den 140 vorhandenen Parkplätzen vermieten, so dass wir auch mit Einnahmen rechnen können.“ Polly Polster

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