Im Landkreis Starnberg soll zwei Mittelschulen entstehen

Mit der Einführung der Mittelschule sieht der Starnberger Schulamtsleiter Helmut Leutenbauer die Möglichkeit, „unsere Hauptschulen mittel- und langfristig zu erhalten“. Wie er jüngst vor dem Kreisjugendhilfeausschuss versicherte, wäre sonst die eine oder andere akut von Schließung bedroht. Einigkeit herrschte im Ausschuss darüber, dass die Frist zur Beantragung einer Mittelschule bis zum 30. April sehr knapp bemessen sei.

Leutenbauer warb vor den Ausschussmitgliedern, zwei Mittelschulen im Landkreis zu installieren und somit die gefährdeten Hauptschulen zu retten. Der eine Verbund soll zwischen den Hauptschulen Gilching und Herrsching im Landkreis-Westen entstehen, der andere vereine gleich vier – die Schulen in Tutzing, Starnberg, Gauting und Lochham. Bei letzterem Modell würden laut Leutenbauer rund 700 Schüler vereint. Der Schulamtsleiter rührte kräftig die Werbetrommel, beschrieb eine Reihe von organisatorischen Details und zeigte vor allem die Vorzüge auf, die durch diese „eigenverantwortlichen Schulverbünde“ entstehen würden. Trotz aller Skepsis, Leutenbauer rechnet damit, „dass die jungen Leute so bessere Chancen im Berufsleben haben“. Die Mittelschule sei berufsorientierter geprägt, setze mehr auf Allgemeinbildung und stärke die Persönlichkeit des einzelnen, führte er aus. Weiterhin möglich sei der Wechsel in den sogenannten M-Zug, den es bereits seit ein paar Jahren gibt. Angeboten werden Schwerpunkte wie Technik, Wirtschaft und Soziales, betriebliche Praktika ergänzen die schulische Ausbildung. Tim Weidner (SPD) kritisierte, dass wie beim achtjährigen Gymnasium abermals eine „Bildungsreform mit hohem Tempo“ auf den Weg gebracht wurde. Im Kultusministerium habe man anscheinend nicht aus den Fehlern von einst gelernt, mutmaßte er. Auch, dass die Kommunen wieder einmal auf sich allein gestellt seien, monierte der SPD-Kreisrat weiter. „Wie sieht‘s mit der Schülerbeförderung aus, was kommen für bauliche Veränderungen auf die einzelnen Schulen zu?“ wollte Weidner zudem wissen. „Die Kommunen werden wieder einmal im Regen stehen gelassen“, ärgerte sich Vize-Landrat Albert Luppart (Freie Wähler) über das „Reförmchen“ aus München. Er versicherte, das Landratsamt werde die Bestrebungen der Gemeinde „unterstützen, wo es geht“. Schulamtsleiter Leutenbauer indes rechnet nicht mit Mehrkosten bei der Schülerbeförderung oder durch Baumaßnahmen. „Es sind ja nicht mehr Schüler unterwegs, sondern sie fahren nur wo anders hin“, sagte er. Unisono wurde im Ausschuss die mangelnde Information und der Zeitdruck kritisiert, Kommunalpolitiker und Bürgermeister haben sich in den vergangenen Wochen mehrfach drüber beklagt, dass die Frist für das Prozedere – immerhin müssen einstimmige Beschlüsse gefasst werden – viel zu knapp bemessen sein. Die Anträge an das Staatliche Schulamt müssen dann bis zum 10. Mai bei der Regierung eingegangen sein.

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