Landratsamt Starnberg

Mehr Platz und trotzdem schön

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Starnberg – Das Landratsamt platzt aus allen Nähten. Die 1987 unter dem damaligen Landrat Rudolf Widmann fertiggestellte Kreisbehörde an der Strandbadstraße war für 270 Mitarbeiter gebaut worden.

Heute beherbergt das Haus, für das der Stuttgarter Architekt Fritz Auer 1989 den deutschen Architekturpreis bekommen hat, 375 Angestellte und Beamte, das sind 39 Prozent mehr als vor 27 Jahren. Jetzt soll im südwestlichen Bereich zum Nepomukweg hin angebaut werden, und zwar schleunigst. „Wir brauchen diesen Platz“, betonte Landrat Karl Roth in der gemeinsamen Sitzung des Bau- und Kreisausschusses am vergangenen Donnerstag. Nicht nur, dass in den 1990er Jahren alle Arbeitsplätze mit EDV ausgestattet und somit Platz für Serverräume benötigt wurden. Hinzu kam auch das vormalige Staatliche Gesundheitsamt 1996, das als neuer Fachbereich mit 15 Mitarbeitern in das Landratsamt eingegliedert wurde. 2005 folgte der Wandel der Behörde in ein Dienstleistungszentrum, im Zuge dessen die ehemalige Kfz-Zulassungsstelle und der „Fahrerlaubnisbereich“ zum Bürgerservice umgebaut wurde. Die erste Auslagerung von Arbeitsplätzen kam dann 2009. Seit dem ist in Teil des Fachbereichs Jugendhilfe in Bürocontainern untergebracht. Des Weiteren mussten die Schuldnerberatung umziehen, die seit 2011 an der Moosstraße zu finden. Im August kommen dort übrigens noch zwölf weitere Mitarbeiter der Kinder-, Jugend- und Familienberatungsstelle hinzu. Die freien Plätze wiederum werden von der neugegründeten Gruppe Asyl benötigt, die sich um die stark steigenden Flüchtlinge im Landkreis kümmern wird. Der Anbau wird freilich wieder das Architekturbüro Auer-Weber vornehmen und im derselben offenen Bauweise Stil in Richtung Südwesten zum Nepomukweg und Yachtclub fortgeführt. Dazu werden die Bürocontainer weichen. Das errechnete Raumprogramm sieht auf 1.800 Quadratmeter, verteilt auf zwei Vollgeschosse, Büroflächen für etwa 120 Arbeitsplätze vor. Die Bürogröße soll dabei so standardisiert werden, dass sowohl zwei Personen dort Platz finden, beziehungsweise eine mit Leitungsfunktion. Auf einen Keller wird man aufgrund der Seenähe und des hohen Grundwasserspiegels verzichten. Architekt Fritz Auer, der in der Sitzung seinen Vorentwurf vorstellte, will „keine neue Architektur erfinden, sondern das heutige Erscheinungsbild erhalten“. Eine Aussage, die im Gremium sofort gut ankam. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Bauausschuss der Stadt Starnberg einige Forderungen für die Bebauung aufgestellt. Bei der GFZ (Geschossflächenzahl) weicht der Entwurf von Auer & Weber bereits ab. Statt der 2.500 Quadratmeter kommt die vorgestellte Planung auf rund 3.100. Der Mindestabstand zum Schiffhüttenweg soll zehn Meter betragen und eine weitere Auflage verlangt, die Festwiese möglichst zu erhalten. „Ich bin sehr froh, dass die Architekten Auer-Weber weitermachen, so bleibt es eine Einheit“, befand Helmut Wagner (CSU). „Und Hut ab vor dem Weitblick von Landrat Widmann“, fügte Wagner noch hinzu. Dieser habe damals bereits erkannt, dass eine Kreisbehörde Platz zum Wachsen und eine günstige Verkehrsanbindung brauche. In dasselbe Horn stieß Grünen-Kreisrätin Anne Franke. „So bleibt alles aus einem Guss“, sagte Franke, die sich bereits Gedanken über die Energieversorgung machte. Und Ferdinand Pfaffinger (Freie Wähler) drückte bereits seine Freude darüber aus, „dass die Containerzeit absehbar zu Ende geht“. Mit dem einstimmigen Votum der beiden Ausschüsse in der Tasche wird Landrat Roth in den nächsten Wochen Gespräche mit der Stadt führen und konkreter in die Planung einsteigen. Umgekehrt wünscht man sich im Starnberger Rathaus, dass der Kreis möglichst bis Herbst seinen Bauantrag ausformuliert hat, um das Änderungsverfahren einleiten zu können. Rund 6,5 Millionen Euro könnte der Anbau kosten, die Bauzeit wird mit zwei Jahre veranschlagt. Oliver Puls

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