Landwirte heben bei Stallgespräch ihre regionale Verantwortung hervor

Heimische Produkte immer beliebter

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Regionale Identität: (v.l.) Kreisbäuerin Anita Painhofer, G. Pfänder sen., Kreisobmann Georg Zankl, T. Berchtold, G. Holzer, L. Schüssler sowie Betriebsleiter Josef Pfänder mit Ehefrau Maria.

Landkreis – Auch aus dem Landkreis Starnberg waren Landwirte auf der Grünen Woche in Berlin vertreten. Bei der weltgrößten Messe für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau präsentierten mehr als 1.600 Aussteller Spezialitäten aus aller Herren Länder und die neueste Entwicklungen in der modernen Landwirtschaft. Zehn Tage lang drehte sich in der Hauptstadt alles um die „grüne Branche“. Ein Fazit zogen die ortlichen Bauernfunktionäre beim Stallgespräch in Erling.

Schon Gothe stellte eine entscheidende Frage: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“ Die Bauernhöfe vor der heimischen Haustür sind es schließlich, die regionale Lebensmittel erzeugen. Die Bäuerinnen und Bauern bestellen die Felder und Wiesen rundum die Gemeinden und Dörfer und kümmern sich tagtäglich um ihre Tiere. Seinen Milchviehstall siedelte der Betrieb Pfänder 2012 aus der beengten Erlinger Ortslage aus. „62 Milchkühe mit Nachzucht werden seitdem in dem modernen Stall gehalten“, berichtete Josef Pfänder, der Betriebsleiter vom Kandlerhof in Erling. Für Landwirtschaftsmeister Pfänder eine gute Gelegenheit, seinen Betrieb mit viel Sachkunde vorzustellen und zu erklären – von der Fruchtfolge Weizen, Sommergerst, Silomais, Kleegras und Luzerne bis hin zu vielen Aspekten der Tierhaltung, vom Zeitpunkt der Erstbesamung, Zwischenkalbzeit, Trockenstellen der Kühe, der Futterration und vielem mehr.

Hörner der Kuh eine Frage der Sicherheit

Auf die Frage, warum der Betrieb nicht auf „Öko“ umstelle, gab Pfänder zu bedenken, dass das Grundfutter auf den vorhandenen Betriebsflächen nach ökologischer Wirtschaftsweise nicht ausreichend erzeugt werden könne. Öko muss also auch ökonomischen Kriterien entsprechen. Und auch das Alter seiner Kühe spiele für Josef Pfänder eine Rolle: Auch ältere Kühe sind in seinem Bestand, aber deren Zahl müsse auch wirtschaftlich vertretbar bleiben, zumal der Betrieb züchterisch „sehr aktiv ist“. Auch der Gesichtspunkt der Hornlosigkeit seiner Fleckviehrinder wurde bei dem Treffen angesprochen. Ganz wesentlich sei dabei der Aspekt der Unfallgefahr – einmal für den Landwirt bei der Arbeit mit seinen Rindern, aber auch das Verhalten der Kühe untereinander. Welche Gefahren damit verbunden sein können, verdeutlichte Kreisvorstandsmitglied Georg Holzer, dessen Vater bei einem Arbeitsunfall mit einem behornten Rind ums Leben kam. „Aus Sicht des Kreisverbandes muss die Frage der „Behornung“ aber jeder Betrieb für sich individuell beantworten“, betonte Kreisobmann Georg Zankl. „Dass die Landwirtschaft im Landkreis fachlich und ökologisch bestens wirtschaftet, wird auch durch die sehr guten Wasserwerte im gesamten Landkreis belegt“, sind sich Josef Pfänder und die Kreisvorstandsmitglieder sowie Kreisbäuerin Anita Painhofer einig. „So gibt es keinen Grundwasserkörper im Landkreis mit zu hohen Nitratwerten. Vielmehr konnten durch freiwillige Kooperationsabkommen in manchen Landkreisgebieten die Nitratwerte in den zurückliegenden Jahren und Jahrzehnten gesenkt werden“, hob Zankl hervor. Bei einem Rundgang durch den Stall zeigte Betriebsleiter Pfänder noch die Zusammensetzung einer Futterration: Diese besteht bei ihm aus 16 Kilo Gras-, 13 Kilo Maissilage, drei Kilo Luzerne und Grummet, 1,5 Kilo Grascobs, einer Mischung aus 1,5 Kilo Raps und Mais, zwei Kilo Getreideschrot und dem von den Kühen geliebt 4,5 Kilogramm Biertreber. Die Landwirte unterstrichen bei ihrem Treffen einmal mehr, von Massentierhaltung könne in der Region keine Rede sein, „vielmehr bestätigt sich das Verantwortungsbewusstsein der Nutztierhalter im Umgang mit den Tieren“, stellte die Runde unisono fest. kb

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