Wirtschaftsförderung

Schöne Landschaft, aber langsames Internet

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Starnberg – Fachkräfte, bezahlbare Wohnungen, schnelles Internet und neue Gewerbeflächen für Betriebserweiterungen: In dieser Reihenfolge liest sich der Wunschzettel der Unternehmer im Landkreis.

Wirtschaftsförderer Christoph Winkelkötter von der gfw sieht daher viel Arbeit auf sich und sein Team zukommen, wie er bei der Vorstellung einer Unternehmerbefragung betonte. Und auch auf die Politik kommt einiges zu, denn diese soll auf Kreisebene und in den Kommunen die entsprechenden Weichen stellen. Gemeinsam mit der GEFAK (Gesellschaft für angewandte Kommunalforschung) aus Marburg hat die gfw die Befragung, an der sich 400 Unternehmen, Mittelständler und Handwerksbetriebe beteiligten, in den vergangenen Wochen durchgeführt. „Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden“, sagte Winkelkötter über den 30-prozentigen Rücklauf. Rund 1.200 Firmen wurden per E-Mail angeschrieben, die Antworten sorgten vor allem bei einem Punkt für große Überraschung. Etwa zwei Drittel aller Firmen im Landkreis wollen in den nächsten zwei Jahren ihr Personal aufstocken. Vor allem Hochschul- absolventen sind gefragt (45 Prozent), aber auch Facharbeiter. Letztere können sich jedoch die hohen Mieten im Fünfseenland nicht leisten. Josef Rother von der GEFAK betonte, „hier entstehen in nächster Zeit an die 750 neue Arbeitsplätze“. Egal in welcher Branche. Neben dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum klagen die Betriebe über fehlende Gewerbeflächen, um expandieren zu können. Die GEFAK hat einen (Netto-) Bedarf von 51.000 Quadratmeter ausgemacht, damit neue Fertigungshallen oder Bürokomplexe gebaut werden können. Übrigens: Ein Großteil der befragten Unternehmen könnten sich auch die 31 Hektar große Konversionsfläche in Feldafing als Standort vorstellen. Mit viel Aufmerksamkeit registrierte Winkelkötter die nach wie vor große Unzufriedenheit bei der Breitbandversorgung. So müssten sich rund die Hälfte der Befragten mit den relativ schwachen 16 Megabit zufrieden geben, während es – entsprechend des Providers – bereits 64 Megabit im Landkreis gibt. „Viele Unternehmen wissen noch gar nicht, dass es eine bessere Versorgung für sie gibt“, sagte Winkelkötter, der bereits mit 40 Betrieben in Kontakt steht, die einen fehlenden Breitbandanschluss moniert hatten. „Da ist bereits viel passiert in den vergangenen Jahren“, so der gfw-Geschäftsführer, „nur hat sich das noch nicht bei allen herum gesprochen“. So sei etwa in Gilching, Herrsching und Starnberg die Versorgung deutlich ausgebaut worden. Sehr gut bewerteten die Unternehmer übrigens die Bemühungen der gfw, junge Schulabsolventen im Landkreis zu halten. Der Tag der Ausbildung, der seit fünf Jahren Schüler und Betriebe im Fünfseenland am Buß- und Bettag zusammen bringt, sei nicht nur für die rund 80 beteiligten Unternehmen ein voller Erfolg. Winkelkötter nannte die Initiative aus seinem Haus auch als einen „Kampf um Talente“. Unternehmen, die mitmachen wollen, können sich noch bis zum 21. August bei der gfw anmelden. Des Weiteren will die gfw gemeinsam mit den Unternehmen in den nächsten Jahren Strategien entwickeln, wie man Fachkräfte trotz der hohen Lebenshaltungskosten gewinnen kann. Dazu müsse man laut Winkelkötter eben mit den Pfunden wuchern, die man habe. Und das heißt für ihn, „die Attraktivität unseres Landkreises und den hohen Freizeitwert der Region besser heraus- zustellen“. Das müsste gelingen, denn immer mehr Menschen würden nicht nur auf ein gutes Einkommen achten, sondern auch auf eine gute Work-Life-Balance. Freilich gibt es auch eine Positiv-Liste: Die schöne Landschaft, der hohe Lebens- und Freizeitwert, die gute Kinderbetreuung sowie die sehr gute verkehrliche Anbindung nach München und in die Region haben die Unternehmen als klaren Standortvorteil genannt. Winkelkötter machten keinen Hehl daraus, dass mit einem weiteren Mitarbeiter oder Mitarbeiterin mit dem Fachgebiet Fördermöglichkeiten bei der Firmenberatung deutlich entlasten würde. O. Puls

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