"Lassen uns nichts überstülpen"

Ein Versöhnungsversuch des Initiativvereins zur Schaffung eines Naturparks Fünfseenland mit den Landwirten ist am Montag auf der Mitgliederversammlung im Pfarrstadel in Weßling gescheitert. „Wir lassen uns nichts überstülpen“, stellte Kreisobmann Georg Zankl fest. Seiner Meinung nach sei auch der neue Flyer des Vereins irreführend und provoziere zudem die Landwirte.

Nicht gerade sensibel gehen die Vorstandsmitglieder des Initiativvereins mit den bäuerlichen Mitgliedern um. Wie berichtet, wurde unter anderem der dritten Vorsitzenden Sieglinde Wastian schon nach kurzer Amtszeit nahe gelegt, den Verein zu verlassen. Thomas Ostermair aus Weßling monierte, dass die rund 55 Mitglieder von dem Rausschmiss der beiden Landwirte, auch Bernd Högner aus Unterbrunn wurde aufgefordert zu gehen, erst aus der Zeitung erfahren haben. „Diese Vorgehensweise ist unmöglich.“ Vereinsvorsitzende Konstanze von Rebay wiederum verteidigte die Maßnahme. „Wir haben richtig gehandelt, so steht es in der Satzung.“ Ihrer Meinung nach habe niemand etwas im Verein verloren, der gegen das Projekt ist und dies auch öffentlich kund tut. Was sowohl Wastian als auch Högner getan hätten. Dennoch räumte sie ein, dass in der Anfangszeit Fehler gemacht wurden. „Die Begeisterung bei uns war zu heftig. Irgendwann kam die Wand.“ Unabhängig von dem Rauswurf wurde den Verfechtern des Naturparks vorgeworfen, den Landwirten etwas überzustülpen, was in der Zukunft negative Folgen haben kann. „Wir sind gebrannte Kinder und wollen keine neue Bürokratie“, sagte Zankl. Für ihn unverständlich, „dass über unsere Flächen bestimmt werden soll. Wir pflegen seit Generationen das Land. Dazu brauchen wir keinen Verein“. Den Vorwurf eines Mitglieds, dass der „Landkreis grauslich aussieht“ und das Radwege fehlen, konterte Zankl mit: „Dann regt es doch an. Wozu braucht ihr da einen Naturpark und eine neue Bürokratie?“ Er erinnerte daran, dass selbst der Tourismusverband nicht hinter dem Projekt steht. Als Sauerei und irreführend bezeichnete er den neuen Flyer, mit dem für den Naturpark geworben werden soll. Zum einen werde durch den Titel „Naturpark Fünfseenland“ suggeriert, dass es bereits einen Naturpark gibt. Mehr aber noch ärgerten sich die Landwirte über das Kapitel „Land- und Forstwirtschaft“. Darin werde nach Ansicht von Zankl Kritik an der Arbeit der konventionellen Bauern geübt. „Ich werde den Flyer vom Landratsamt überprüfen lassen, ob er so verteilt werden darf.“ Die Kosten für den großformatigen Prospekt hat die Gemeinde Weßling übernommen. Bürgermeister und Schirmherr Michael Muther war um Versöhnung bemüht. „Ohne die Landwirte geht es nicht. Wenn wir es nicht zusammen schaffen, stirbt die Idee.“ Für die ausgeschiedene Sieglinde Wastian wurde Herbert Lecherbauer als dritter Vorsitzender nach gewählt. Die Kasse führt künftig Judith Schrötter. Um die Schriftführung kümmert sich neu Siegfried Kistler. Er war bisher für die Finanzen zuständig.

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