Leben "a là carte"

Ein bisschen mehr Schwung und etwas mehr Farbe hätte dem Projekt Betreutes Wohnen in Gilching durchaus gut getan. Der schlichte Betonbau wird lediglich durch einen grünen Innenhof aufgewertet. Dennoch lobten Bauherr und Architekten im Zuge der Einweihungsfeierlichkeiten das „gelungene Werk“. Insgesamt hat das Projekt knapp acht Millionen Euro gekostet.

Seit gut einem halben Jahr ist der Gebäudetrakt zwischen Andechser Straße und S-Bahnhof mit 51 Wohneinheiten und integrierter Sozialstation in Betrieb. Die Einweihung fand am Wochenende statt. Im Beisein von rund 100 Festgästen, darunter auch die Bewohner von Betreutes Wohnen, lobte unter anderem Landrat Karl Roth den Standort, der sich da befindet, „wo es viele Einkaufmöglichkeiten gibt, Ärzte da sind und wo sich das Leben abspielt. Heute scheint die Sonne, die Menschen sind fröhlich und das Haus ist voll. Was will man mehr.“ Der Landkreis hat sich laut Roth mit 463.000 Euro an den Baukosten in Höhe von knapp acht Millionen Euro beteiligt. Außerdem gab es einen Zuschuss in Höhe von 106.000 Euro für die Sozialstation. Bürgermeister Manfred Walter betonte, dass hier ein Projekt entstanden ist, das ein Leben „a là carte“ ermöglicht. In der Wohnanlage „mitten im Herzen von Gilching“, wird einerseits selbstständiges Leben ermöglicht, andererseits jedoch ist Hilfe da, wenn sie gebraucht wird. Unter anderem durch die integrierter Sozialstation und der Tagespflege, die vom Sozialdienst Gilching betreut wird. Dann ließ Walter die Katze aus dem Sack. „Das Haus mit seinen 51 Wohnungen war von Anfang an voll belegt. Wir haben aber eine Warteliste mit 45 Neuanmeldungen.“ Walter ließ bereits anklingen, dass über einen Erweiterungsbau auf dem freien Grundstück nebenan nachgedacht wird. Bauherr des Betreuten Wohnens Teil I ist der Zweckverband sozialer Wohnungsbau. Geschäftsführer Michael Vossen erklärte, dass von den insgesamt 51 Wohneinheiten 33 öffentlich gefördert wurden, so dass Mieten zwischen 5,25 und 7,25 Euro je Quadratmeter möglich geworden sind. Die Bauzeit gab er mit 19 Monaten an. „Erfreulicherweise konnten Baukosten und Bauzeitenplan eingehalten werden und es kam auch zu keinen Arbeitsunfällen.“ Den kirchlichen Segen spendeten Pfarrer Thomas Tauchert von St. Sebastian und der evangelische Pfarrkollege Johann Schrödl. Ein Wermutstropfen trübte dennoch die fröhliche Stimmung: „Viele finden es hier nicht gut, dass wir hier keine Haustiere halten dürfen. Ich werde seelisch krank, wenn ich nicht mal eine Katze streicheln kann“, sagte ein Bewohner.

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