50 Jahre

Lebenshilfe Starnberg feiert runden Geburtstag - kleiner Rückschau auf die frühen Anfänge

Wohnheim Hanfelder Straße
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Gemeinsam statt alleine: Die Idee eines Wohnheimes für Menschen mit geistiger Behinderung wurde im Landkreis Starnberg im Juli 1985 Realität. Zu diesem Zeitpunkt eröffnete nämlich die Lebenshilfe Starnberg ihre erste Wohnanlage in der Hanfelder Straße. Weitere Einrichtungen folgten später im Prinzenweg sowie in der Leutstettener Straße.

Starnberg - Die Corona-Pandemie führt es deutlich vor Augen: Eine stabile Gesellschaft benötigt ein ausgeprägtes soziales Miteinander. In Krisenzeiten sind es vor allem Ältere sowie körperlich und geistig Behinderte, die die Hilfe ihrer Mitmenschen benötigen. In Post-Krisen-Zeiten gilt dieses Credo gleichermaßen. Eine inklusive Gesellschaft, in der Menschen ohne jegliche Diskriminierungen ihr Leben selbstbestimmt leben dürfen, ist aus humanitärer Perspektive ein erstrebenswerter Zustand. Ein Grundsatz, den sich die Ärztin Dr. Barbara Eberhard zu eigen machte, als die Förderung ihrer spastisch gelähmten Tochter beendet werden sollte. Sie wollte sich mit der Situation nicht abfinden und gründete Ende Januar 1971 eine Vereinigung, die heute besser bekannt ist als die Lebenshilfe Starnberg. Heuer feiert die Institution ein rundes Jubiläum. Der Kreisbote Starnberg blickt ein wenig auf die frühen Anfänge zurück. 

„In den 70er Jahren gab es im Landkreis Starnberg keine geeigneten Einrichtungen für Kinder mit Behinderung. Die Eltern wollten ihre Kinder nicht mehr außerhalb des Landkreises in Hilfsschulen oder Heimen unterbringen“, erläutert Pressesprecherin Annette Werny die ersten Schritte der Lebenshilfe Starnberg. Im September 1971 wurde unter der Federführung der frisch gegründeten Vereinigung die erste Sonderschule für geistig und körperlich behinderte Kinder im Landkreis eröffnet. Ein paar Jahre später folgte dann der Start einer interdisziplinären Frühförderstelle für Säuglinge und Kleinkinder. Ebenso enstanden die ersten Behinderten-Werkstätten in Garatshausen und Machtelfing. Ein Meilenstein in der Erwachsenenförderung war die Gründung des ersten Wohnheimes für geistig behinderte Menschen.

Seit dem Jahr 1985 steht das Wohnheim an der Hanfelder Straße als lebendes Beweis, wie Inklusion im Landkreis erfolgreich gelingen kann. Wenig später kam dann noch das Wohnheim am Starnberger Prinzenweg hinzu. Im Jahr 2007 folgte dann das dritte Wohnheim in der Leutstettner Straße. Aus schulischer Perspektive wurde mit dem Bau der Franziskus-Schule und deren Eröffnung im Jahre 1988 ein weiterer Schritt hin in Richtung gelungene Inklusion gesetzt. Pandemie-bedingt musste der Festakt zum 50-jährigen Jubiläum verschoben werden. Er soll nun am 19. Oktober in der Starnberger Schloßberghalle stattfinden.

Florian Ladurner

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