Mehr als 3500 Fake-Anrufe in diesem Jahr

Leg´ auf! Polizeipräsidium Oberbayern Nord startet Präventionskampagne gegen Call-Center-Betrug

In Gelsenkirchen warnt die Polizei aktuell vor Fake-Anrufen durch vermeintliche Polizisten. 
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Im Corona-Jahr 2020 erhielten Senioren im Landkreis Starnberg vermehrt Anrufe von falschen Polizeibeamten. Auch der Enkeltrick ist weiterhin bei Betrügern eine beliebte Masche (Symbolbild).

Region - Mehr als 3500 Anrufe falscher Polizeibeamter oder angeblicher Verwandter verzeichnete das Polizeipräsidium Oberbayern Nord allein in diesem Jahr. Oft hatten die Täter Erfolg und erbeuteten so bisher rund 2,7 Millionen Euro.

„Ganz gezielt suchen sich die Täter Seniorinnen und Senioren als Opfer aus. Oft werden sie um ihre gesamten Ersparnisse gebracht, Lebenswerke werden zerstört“, so Thomas Kaiser, Kriminalhauptkommissar im Betrugsdezernat der Kripo Fürstenfeldbruck. Er beschäftigt sich seit Jahren mit immer schneller steigenden Fallzahlen des im Polizeijargon „Callcenter-Betrug“ genannten Phänomens.

Präsidium warnt: Masche des falschen Polizeibeamten wird häufiger genutzt

Eine besonders sprunghafte Entwicklung nimmt die Masche des falschen Polizeibeamten. Hier gaukelt der Betrüger einen Anruf der Kripo vor und erzählt, in der Nähe hätte ein Einbruch stattgefunden, bei dem ein Teil einer Bande festgenommen worden sei. Da sich auf einem bei den Tätern sichergestellten Zettel auch der Name des Angerufenen befände, wäre dessen Vermögen in Gefahr. Zur Sicherung dieser Wertsachen käme gleich ein Beamter der Kriminalpolizei vorbei und würde alles abholen. Zusätzlich werden die Opfer zur Verschwiegenheit verpflichtet, es handele sich um eine verdeckte Ermittlung. Die Täter gehen dabei hochprofessionell vor und erbeuten oft Summen in sechsstelliger Höhe.

Enkeltrick immer noch en vouge

Eine weitere Betrugsmasche ist der sogenannte Enkeltrick. Hier gibt sich der Anrufer als Verwandter aus, der sich in einer Notlage befände und dringend sofort Bargeld bräuchte, welches ein Bekannter gleich abholen würde. Oft genug werden auch hier die gesamten Ersparnisse der Senioren erbeutet und ihre Hilfsbereitschaft ausgenutzt. Bei den Opfern entsteht meist schwerer Schaden: Nicht nur materiell stehen viele vor dem Nichts, sondern auch Scham und Schuldgefühle führen zu erheblichen, oft weitreichenden psychischen Folgen für die Betrogenen.

Aufklärungs-und Informationskampagne

Um die Betrugsmaschen bekannter zu machen und somit potentielle Opfer zu schützen, verteilt das Polizeipräsidium Oberbayern Nord derzeit Postkarten mit Verhaltenstipps und einem Aufkleber mit dem Slogan „Leg Auf!“, der in der Nähe des Telefons angebracht werden soll. „Meist haben die Opfer schon von den Betrügereien gehört, dennoch erinnern sie sich während des Gesprächs mit den Tätern nicht gleich daran. Der Aufkleber am Telefon soll hier eine Brücke sein“, so Polizeipräsident Günther Gietl. Die Karten werden beispielsweise im Landkreis Starnberg gezielt über Seniorenorganisationen und caritative Einrichtungen verteil. Mehr Informationen zu den auszugebenden Stellen gibt es im Netzt unter www.polizei.bayern.de/oberbayern_nord.

Kreisbote

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