An bestimmten Plätzen darf man sich künstlerisch austoben

Legales Sprayen in Weßling

Graffiti
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In Zukunft darf in Weßling legal gesprüht werden. Unter anderem in der Unterführung bei der geplanten Schule.

Weßling - An offiziell genehmigten Plätzen ist das Sprayen in Weßling ab sofort legal. Unlängst eröffneten fünf Jugendliche offiziell die legale Streetart – und nur eine Stunde später sahen sie sich mit der Polizei konfrontiert, die ihre Personalien aufgenommen haben.

Dabei hatte alles so vielversprechend begonnen, erzählt Lennart Zilg (17). Gemeinsam mit dem gleichaltrigen Tim Snay und drei weiteren Nachwuchskünstlern hatte er gerade eine Grundierung gelegt und mit Spraydosen verschiedene Schriftzüge in allen Farben gesprüht. „Die Spraydosen haben wir neben uns abgelegt“, erzählt Lennart. Um sie später ordentlich zu entsorgen, denn das war der Deal mit der Gemeinde. Dann kam ein Rennradler. „Er hat uns gesagt, wir sollen die Dosen mitnehmen.“ Die Jugendlichen erklärten, dass das alles von der Gemeinde erlaubt sei und versicherten, dass sie den Müll nicht liegen lassen. Den Sportler konnten sie wohl nicht überzeugen: Nur fünf Minuten später waren die Ordnungshüter vor Ort, um nach dem Rechten zu sehen.  

 Snay rief Sebastian Grünwald an, der das Projekt in seiner Funktion als Vorstand vom Jugendhaus begleitet hat. „Ich habe der Polizei gesagt, dass die Jugendlichen die Erlaubnis zum Sprühen von der Gemeinde haben“, so Grünwald. „Die Polizei war sehr freundlich und sagte, sie müssten das noch prüfen“, erinnert sich Zilg. Überprüft und für richtig befunden, bestätigte Tobias Hollaus, der stellvertretende Dienststellenleiter der Polizeistation in Herrsching. Üblich sind genehmigte Sprayerwände im Landkreis schließlich noch nicht. Um künftig ein ähnliches Szenario zu verhindern, sollen demnächst Hinweisschilder den Passanten die Legalität der Kunstsprayer verdeutlichen. „Wir hoffen, damit erneute Polizeieinsätze zu vermeiden“, betonte Jugendreferent Rasso von Rebay. Ursprünglich war auch die Fassade vom Tierladen an der Hauptstraße für die kreativen Aktionen der an die 20 Jugendlichen gedacht. „Der zweite Standort am alten Lagerhaus des Tierladens ist zu hoch und hätte erst mit einem Geländer gesichert werden müssen“, begründete von Rebay die Entscheidung gegen die Wand neben den S-Bahn-Gleisen. Solange die Schule gebaut wird, bekommen die Kreativen noch zusätzliche Flächen am Bauzaun – versehen mit einem entsprechenden Hinweis, dass die Jugendlichen mit den Sprühflaschen hier legal Farbe anbringen.

 Michèle Kirner

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