Leistungen gewürdigt

Mit Reinhard Entdorf hat Gilching einen Mitbürger, der wichtige Tipps zum Thema Straßen- und Brückbau geben könnte. Der heute 66-Jährige war bis zu seiner Pensionierung Chef der obersten Baubehörde und auch in die Planungen Westumgehung Gilching involviert. Jüngst wurde ihm für seine Leistungen das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Die Straßen und Brücken waren sein Metier. Bis zum September 2007. Mit 65 Jahren trat Reinhard Entorf, bis dahin Leiter der Abteilung Straßen- und Brückenbau in der Obersten Bayerischen Baubehörde seinen Ruhestand an. „Ich hätte ja noch zwei Jahre verlängern könne. Aber Günther Beckstein, mein oberster Dienstherr, riet mir freundschaftlich zum Aufhören. Ich hätte mir mit einer Verlängerung keine Freunde gemacht, weil potenzielle Nachfolger schon in den Startlöchern standen.“ Heute genießt der ehemalige Ministerialdirigent, der seit 1975 in Gilching wohnt, die Freizeit, die ihm nun für seine zahlreichen Hobbys bleibt. Er geht viel in die Berge, zum Sommer- wie zum Wintersport, liebt das Wasser und hütet gelegentlich den Hund seiner Tochter. Vorwiegend dann, wenn in deren Haushalt der Staubsauger den Dienst antritt, sagt er. „Das kann die Pica einfach nicht hören, deshalb passe ich während dieser Zeit auf sie auf.“ Trotz aller Freizeitfreuden, die Straßen lassen ihn nicht los. Und er erzählt gerne über seine Arbeit als Chef der Obersten Baubehörde. Immerhin unterstanden ihm 7.000 Mitarbeiter, sieben Regierungsbezirke, 19 staatliche Bauämter, 90 Straßenmeistereien, zwei Autobahndirektionen und 39 Autobahnmeistereien. Außerdem galt es, rund 1,5 Milliarden Euro Budget gerecht zu verwalten. Stolz zeigt sich der gebürtige Oberpfälzer auf das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, das ihm kürzlich Innenminister Joachim Hermann für besondere Verdienste ans Revers heftete. Unter anderem für sein Engagement, das Sonderfinanzierungsprogramm „Staatsstraßen in gemeindlicher Sonderbaulast“ aus der Taufe zu heben. „Dadurch konnten Bayernweit 50 Ortsumgehungen realisiert werden. Bei geringer Mitfinanzierung haben die Kommunen ein Instrument bekommen, wichtige Staatsstraßenprojekte schnell umzusetzen“, erklärt der Experte. Apropos Umgehungsstraßen. Wie sieht es denn mit der Gilchinger Westumgehung aus? Die Bürger warten schon seit 20 Jahren darauf. „Obwohl ich in Gilching wohne, durfte ich mich nicht ungefragt in das Thema eingemischen. Das stand mir nicht zu. Wäre man zu mir gekommen…“, erklärt Entorf. Er betont: „Wenn eine Kommune wirklich eine Straße will und auch dahinter her ist, wird dies innerhalb von drei Jahren möglich.“ Und was rät er dem neuen Bürgermeister in Punkto Westumgehung? „Ich bin jederzeit bereit, beratend mitzuwirken. Man muss mich einfach nur fragen.“

Meistgelesen

B2-Tunnel Starnberg: Baufreigabe erteilt
B2-Tunnel Starnberg: Baufreigabe erteilt
Krailling: Fahrlässige Körperverletzung bei Verkehrsunfall
Krailling: Fahrlässige Körperverletzung bei Verkehrsunfall
Geflügelpest ist bayernweit rückläufig
Geflügelpest ist bayernweit rückläufig
Weltwassertag: AWA will Missstände aufzeigen
Weltwassertag: AWA will Missstände aufzeigen

Kommentare