Leistungsfähigkeit ist erreicht

Schon heute ist die Verkehrsbelastung der Hanfelderstraße höher als für das Jahr 2025 (10.600 Fahrzeuge) prognostiziert. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls die Wählergemeinschaft Pro Starnberg (WPS) laut einem Fachgutachten von Christian Fahnberg. Der Verkehrs- und Stadtplaner hatte im vergangenen Jahr die Kfz-Dichte in Ober- und Unterbrunn gezählt (12.600 Fahrzeuge täglich Richtung Starnberg) und quasi für den Starnberger Ortseingang hochgerechnet. Demnach hält der Verkehrsplaner eine aktuelle Querschnittsbelastung von 13.000 Kfz täglich am Ortseingang von Starnberg für plausibel. In der Starnberger Verkehrserhebung von 2007 wurden dagegen nur 8.405 Autos am Ortseingang festgestellt – im Gutachten von Verkehrsexperten waren es im gleichen Jahr 9.500 Fahrzeuge.

Diese Widersprüche in den verschiedenen Verkehrsgutachten und aus Sorge um die Gesundheit der Bürger, hatte die WPS auf den Plan gerufen. Sie beauftragte den Fachgutachter Christian Fahnberg und ließ ihn nachrechnen. „In der Untersuchung von Fahnberg sind die Verkehrszählungen der vergangenen Jahre mit den neuesten Messungen des Landratsamtes und neue Zählungen vom Juli 2009 zusammengestellt worden“, erläuterte WPS-Vorstandsmitglied Georg Stahl. Die aktuelle hohe Gesamtbelastung von 11.000 Fahrzeugen pro Tag widerlegt laut WPS die Zahlen, die von der Starnberger Pressestelle unter Bezugnahme einer automatischen Landratsamt-Verkehrszählung vorgelegt wurden. Die hatte nur 8.400 Fahrzeuge ermittelt. Grund für die unterschiedlichen Ergebnisse: Verkehrsplaner Christian Fahnberg hält die einzelnen Zählungen nicht für vergleichbar und begründet dies mit Zeit- und Standortunterschieden bei den Messungen. Die automatischen Zählungen des Landratsamtes ergeben darüber hinaus systematische Abweichungen nach unten wie Messfehler bei Fahrzeugkolonnen. Nicht zuletzt befinde sich die betreffende automatische Zählstelle in der Ortsumgehung von Hanfeld und weise 500 Fahrzeuge weniger auf als die Zählstelle von Professor Harald Kurzak, die südlich des Kreisverkehrs liege. Die WPS kommt nach den Recherchen des von ihr beauftragten Fachplaners jedenfalls zu dem Schluss: Mit 11.000 Fahrzeugen pro Tag rollen heute bereits 400 Autos mehr über die Hanfelderstraße als Kurzak für das Jahr 2025 prognostiziert hat. Auch der von den Anwohnern beklagte hohe Anteil an Schwerlastverkehr hat sich laut WPS-Vorstandsmitglied Georg Stahl im Gutachten bestätigt. Würde man zu den Lkws über 3,5 Tonnen noch die Lieferfahrzeuge hinzu zählen (sie zählen statistisch noch zu den Pkws), komme man auf einen Güterverkehrsaufkommen von über 15 Prozent, so Stahl. Das WPS-Fazit: Die Leistungsfähigkeit der Hanfelderstraße ist längst erreicht - schnelles Handeln unerlässlich. Auch wenn die Straße noch nicht abgestuft sei, müsse die Stadt schon heute die von der WPS geforderten Maßnahmen ergreifen wie Sperrung für den Lkw-Verkehr - Versetzen des Ortsschildes - Geschwindigkeitsreduzierungen - Verkehrsinseln - Fußgänger-Querungshilfen - Ausbau von Fuß- und Radwegen oder Lärmaktionspläne und Feinstaubmessungen. Allerdings sind laut WPS-Vorsitzendem und Stadtrat Professor Günther Picker „entlastende Maßnahmen erst dann möglich und würden erst dann greifen, wenn das Planungsverfahren der Westtangente beschleunigt und die Maxhof-Kreuzung in eine leistungsfähige, höhenfreie Einmündung umgebaut wäre“.

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