Aufbruch zu ungewöhnlichen Orten im Landkreis Starnberg

Zum letzten Mal findet "Literarischer Herbst" unter der Schirmherrschaft von Landrat Karl Roth statt

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Freuen sich auf den Literarischen Herbst: (v.l.) Pressesprecher Stefan Diebl, Dr. Gerd Holzheimer, Elisabeth Carr, Landrat Karl Roth und Landkreis-Kulturreferentin Barbara Beck.

Starnberg – Wo war man nicht schon überall mit all den Autorinnen und Autoren samt Publikum gewesen: Auf dem Tauchboot der Bundeswehr auf dem Starnberger See, dem ehemaligen Schlaflabor des Max-Plack-Instituts in Erling oder in der wunderbaren Villa der Familie von Miller in Niederpöcking. Der Literarische Herbst geht in sein 17. Jahr und Elisabeth Carr und Dr. Gerd Holzheimer, die beiden Organisatoren der Lesungen, erinnerten bei der Vorstellung des diesjährigen Programms mit dem Titel „Geglückte Augenblicke“ an die vielen Veranstaltungsorte im und außerhalb des Landkreises.

An die man übrigens ohne den „Türöffner“ Karl Roth nicht heran- beziehungsweise hineingekommen wäre. Ein bisschen Wehmut war denn auch zu spüren, als das Duo Carr & Holzheimer den letzten Literaturherbst unter der Ägide Roth vorstellte. „Ich bin leicht bedeckt traurig, weil es eine so besondere Zeit war“, sagte Elisabeth Carr. Für Landrat Karl Roth endet nämlich die Amtszeit, seit 2002 hatte er die Schirmherrschaft für die literarische Reihe inne, die anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Landkreises Starnberg ins Leben gerufen wurde. „Es war eine richtig schöne Zeit“, gab Roth das Kompliment an die beiden zurück. Mit seinem Ruhestand im nächsten Frühjahr verbinde er die Hoffnung, „in Ruhe und Gelassenheit die Veranstaltungen besuchen zu können“. Mit diesem Literarischen Herbst, quasi einem „Best of Literarischer Herbst“, wolle man auch ein „Dankeschön an unseren Landrat“ senden, betonte Holzheimer. Von einer Abschiedsveranstaltung sei man aber meilenweit entfernt. Den Auftakt macht ein unter Literaturherbst-Besuchern bekannter Ort: Der ehemalige Schlafbunker des Max-Planck-Instituts im Andechser Ortsteil Erling wird noch einmal zum Leben erweckt. Am kommenden Sonntag, 22. September, 15 Uhr, wird noch einmal der Chronobiologe und Schlafforscher Professor Jürgen Zulley an seine einstige Wirkungsstätte zurückkehren. Dank des heutigen Eigentümers Walter Essler ist dieser Besuch für „Die innere Uhr – der Schlaf als wissenschaftliche und literarische Performance“ möglich. 

Unterwegs zum Chef der bayerischen NASA

Bereits am Donnerstag, 26. September, 17 Uhr, geht‘s an einen weiteren, geheimnisvollen Ort (Personalausweis mitnehmen; Fotografieren verboten): Professor Felix Huber, der Chef der bayerischen NASA, öffnet die Kommandozentrale des Kontrollraums für „Ui, der Mond“, gestaltet von Elisabeth Carr und Gerd Holzheimer. Ein literarisches Erkundungswochenende am Starnberger See im Haus Buchenried der Münchner VHs in Berg steht von Freitag, 27. bis Sonntag, 29. September, auf dem Programm. Es geht um das Haus selbst, König Ludwig II., den Eisenbahnpionier Himbsel und den Schriftsteller Friedrich Wilhelm Hackländer – mit Peter Weiß, Anatol Regnier, Elisabeth Carr und Gerd Holzheimer. Im Schacky-Park in Dießen führt am Samstag, 5. Oktober, 14 Uhr, Hans-Jürgen Stockerl zu Homer und Perikles.

„Sei duad‘s was“

Nicht minder spektakulär ist das wundersame Atelier des Bildhauers, Glasmaler und Künstlers Iring ten Noever de Brauw bei Ambach. „Einen guten Schutzengel“, so auch der Titel am Sonntag, 13. Oktober, 11 Uhr, hatte der Landwirt Georg Ruhdorfer, der nach einem Unfall die Hauskapelle errichten ließ. Ernst Matthias Friedrich führt durch diesen Sonntag. „Sei duad‘s was“ – mit dem Wesen des Dialekts beschäftigen sich Judith Huber und der Heimatpfleger Norbert Göttler im Museum Starnberger See am Sonntag, 3. November, 17 Uhr. Der krönende Abschluss des letzten Roth‘schen Literaturherbstes findet am Freitag, 22. November, 19 Uhr, in der Galerie Geigerhof in Unterbrunn mit dem Titel „Dem Schirm sei Dank“ statt. Geglückte Augenblicke lassen Carr, Holzheimer und Manfred Schulz (Musik) sowie der Starnberger Dreigsang noch einmal vorbei ziehen.

Bis auf das Wochenende in Berg kostet der Eintritt jeweils 17 Euro. Für einzelne Veranstaltungen gibt es nur noch Restkarten. Kartenvorverkauf bei KunstRäume am See, Tel: 08151/559721; kontakt@kunstraeume-am-see.de; Tourist Information, Tel: 08151/90600; tourist@gwt-starnberg.de.

po

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