Lockvogel für mehr Urlauber

Mehr als nur schöne Landschaft: Mit einem neuen Kultur-Konzept will der Tourismusverband neue Schwerpunkte und Akzente für den Kulturraum Starnberger Fünf Seen Land entwickeln – und den Kultur-Urlauber in die Region locken. Foto: Jaksch

Kultur als Anreiz für einen Urlaub im Fünf Seen Land: Mit einem neuen Kultur-Konzept will der Tourismusverband mehr Urlauber in den Landkreis locken. Schließlich kann sich das hiesige Angebot sehen lassen – doch es ist für den Fremden zu unübersichtlich, fand der Marketingfachmann Rudolf Huber, der dem Tourismusverband sein Kulturkonzept vorstellte. Das sieht unter anderem vor, die Aktivitäten zu bündeln und eine Koordinierungsstelle zu schaffen mit einem eigenen Kulturmanager als festen Ansprechpartner. Angesichts klammer Haushaltslagen zeigten sich die am Verband beteiligten Kommunen davon wenig begeistert – auch wenn sie generell die Vorschläge positiv aufnahmen.

Angesichts klammer Haushaltskassen konnten sich die Verbandsvertreter nicht vorstellen, zusätzlich viel Geld auszugeben. Landrat Karl Roth brachte es auf den Punkt: „Ein kultureller Überbau ist sinnvoll und da bin ich auch mit im Boot.“ Doch er warnte, etwas „über`s Knie zu brechen“ und jemanden einzustellen. „Wir müssen überlegen, wie wir es hinkriegen, ohne dass es viel Geld kostet“, sagte Landrat Karl Roth. Auch Bergs Bürgermeister Ruppert Monn widerstrebte, den Verwaltungsapparat für eine freiwillige Leistung noch einmal mehr aufzublähen. „Die Bürgermeister jammern alle, dass sie kein Geld mehr für ihre Pflichtaufgaben haben“, so Monn. Eine Umsetzung sei nur dann realistisch, wenn die Aufgaben von den Mitarbeitern des Tourismusverbandes mit geleistet werden könnten. Der Feldafinger Bürgermeister und Tourismusverbandschef Bernhard Sontheim appellierte trotzdem an seine Amtskollegen einen nachhaltigen Tourismus zu unterstützen: „Unsere Region lebt zum großen Teil vom Seminar- und Tagungstourismus. Wenn es der Wirtschaft schlecht geht, gehen auch die Übernachtungen zurück“, gab Sontheim zu bedenken. Deshalb komme man nicht darum herum, sich mit dem Thema Kultur auseinander zu setzen. Der Landkreis Starnberg hat weit mehr zu bieten als seine idyllische Landschaft, Sissi oder den Märchenkönig. Da gibt es die Orff-Festspiele in Andechs oder das Buchheim-Museum in Bernried, Festivals wie das Fünf Seen-Fiml-Festival oder das Jazz-Festival, aber auch viele Veranstaltungen mit Musik, Theater, Kabarett etc. Dabei hatte jede Kommune bisher ihr eigenes Konzept – Terminüberschneidungen vorprogrammiert. Damit sich die Veranstalter nicht länger gegenseitig Publikum „weg nehmen“ möchte Rudolf Huber eine zentrale Kulturplattform schaffen – mit einem professionellen Kulturmanagement. Eine Koordinationsstelle als Motor und Schaltstelle zur Förderung der Kultur könnte die Aktionen organisieren, entwickeln und vernetzen – und sei zudem für Finanzierung und Marketing des Programms zuständig, um mehr Chancen im Wettbewerb um Publikum und Sponsoren zu haben. Außerdem will Huber ein virtuelles Kulturportal – quasi einen „Kultur-Atlas“ - im Internet schaffen, auf dem der interessierte Besucher sofort über die Veranstaltungs-Termine inklusive Details zur Art der Veranstaltung sowie über Denkmäler, hier lebende Künstler oder gastronomische Attraktionen informiert wird. Ziel aller Maßnahmen sei es, das Fünf Seen Land als eigenständigen Kulturraum zu entwickeln und das Bewusstsein seiner Bewohner um ihre kulturelle Identität zu fördern. Als erstes schlug Huber eine Auftaktveranstaltung vor – unter der Überschrift „Kultur gemeinsam entwickeln“! Dort könnten alle, die mit Kultur in den Kommunen zu tun haben, an einem Tisch sitzen und diskutieren, wie die Zusammenarbeit verbessert werden und wie man Verbündete ins Boot holen könnte. Später seien auch Workshops denkbar.

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