"Anwältin" der Tiere: Magdalena Bahr ist die neue Biberbeauftragte in Gauting

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Würmtal – Im 19. Jahrhundert war der Biber in Europa praktisch ausgerottet. Seit 1990 erobert sich der Nager aber in Bayern und auch an der Würm seine Reviere wieder zurück. Doch damit wächst auch der Ärger wegen des Verbisses an Bäumen. Die neue Biberbeauftragte in Gauting, Magdalena Bahr, versucht die Konflikte zwischen Mensch und Tier zu lösen.

„Ein wenig bin ich der Anwalt der Biber“, sagt die 32-Jährige. „Schließlich können die Tiere selbst nicht reden.“ Eigentlich arbeitet Bahr bei der Gemeinde Gauting im Bereich Umwelt und Naturschutz. Als das Landratsamt eine neue Biberbeauftragte suchte, meldete sich die Tutzingerin – „auch weil der Biber thematisch nah bei meiner Arbeit liegt“, sagt sie. Denn schließlich ist das Tier auch streng geschützt. Jetzt im Frühjahr werden die Tiere entlang der Würm wieder besonders aktiv. „Sie bauen ihre Burgen und sorgen mit Dämmen dafür, dass der Eingang immer unter Wasser liegt“, erklärt Bahr. Dabei muss aber auch der eine oder andere Baum dran glauben. Verbisse sorgen immer wieder für Konflikte – selbst mitten im Ort oder auch in Stadtnähe, wo die Biber trotz der Wohnbebauung am Würmufer ihre Reviere haben. Bahr steht den Bürgern mit Rat und Tat zur Seite. „Bei Schäden auf gewerblich genutztem Grund gibt es eine Entschädigung von Seiten des Landkreises“, sagt die Tutzingerin, die sich um die Schadensregulierung kümmert. Schäden auf privatem Grund müssen die Eigentümer selbst tragen. Bahr gibt aber Tipps zur Prävention. 

Um Bäume vor Biberverbissen zu schützen, rät die Biberbeauftragte Magdalena Bahr dazu, die Stämme mit einem Estrich-Gitter zu umwickeln. Dieses gibt es im Baumarkt. Hasengitter seien nicht geeignet, da sie zum einen mit den Stämmen verwachsen können, zum anderen kann der Biber die dünnen Drähte durchbeißen. Viele kleine oder schief gewachsene Bäume, bei denen das Umwickeln sehr aufwändig beziehungsweise schwierig ist, können mit einem allerdings nicht ganz presiwerten Schälschutzmittel wie „Wöbra“ bestrichen werden. Der Quarzsandanstrich hält den Biber auch über mehrere Jahre ab. Die Biberbeauftragte wirbt allerdings auch um Verständnis für die Tiere. „Es ist doch schön zu beobachten, wenn ein eigentlich ausgerottetes Wildtier wieder zurück kommt“, sagt sie. Der Biber forme die Natur durch seine Tätigkeiten. „Das können wir beim Spazierengehen schön beobachten und unseren Kindern so die Natur näher bringen“, sagt sie. Bahr teilt sich die Arbeit im Landkreis Starnberg mit insgesamt fünf weiteren Kollegen auf. Sie selbst ist für den Bereich zwischen Gauting und Starnberg zuständig. In Stockdorf und Krailling ist Sebastian Werner der Ansprechpartner. Im Landkreis München kümmert sich Thomas Bernt um alle Belange rund um den Nager. Formal sind die Biberberater der unteren Naturschutzbehörde in den Landratsämtern Starnberg und München zugeteilt. Die Biberbeauftragten sind wie folgt erreichbar: Magdalena Bahr (Gauting) unter der Telefonnummer 089/89337181, Sebastian Werner (Krailling und Stockdorf) unter der Telefonnummer 089/8577681 sowie Thomas Bernt (Landkreis München) unter der Telefonnummer 0174/1645051. ad

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