Magere Jahre voraus

Zwei magere Jahre kündigte Bürgermeister Manfred Walter auf der Bürgerversammlung in Gilching an. Durch die Nachwehen der weltweiten Finanzkrise rechnet er mit einem Einbruch von 15 Prozent bei der Gewerbesteuer.

Rund 120 Zuhörer informierten sich auf der Bürgerversammlung im Freizeitheim Geisenbrunn über abgeschlossene und künftige Projekte und über die finanzielle Lage der Gemeinde Gilching. Bürgermeister Manfred Walter machte es sichtlich Spaß, vom Arnoldus-Pausenhof als schönsten Pausenhof Bayerns zu erzählen, von der Sanierung zweier Spielplätze und der aktuellen Sanierung der historischen Werson-Villa. Sie schlägt mit rund 400.000 Euro zu Buche. „Dafür aber hoffe ich, dass wir wieder mehr Trauungen haben werden“, sagte der Rathauschef. Denn mangels eines passenden Trauzimmers ziehen es viele Brautpaare vor, nach Seefeld oder Herrsching auszuweichen. Mit der Fertigstellung der Werson-Villa rechnet Walter bis März 2010. Danach ziehen das Standesamt, das Archiv und der archäologische Verein ein. Des Weiteren gab es Positives vom lange geforderten Kreisverkehr am Eingang zum Gewerbepark Gilching Süd zu berichten. „Die Planung ist fertig“, sagte der Rathauschef. Baubeginn wird im Frühjahr sein. Thema war außerdem die Umgehungsstraße. Noch haben nicht alle Grundstücksbesitzer ihre Zustimmung gegeben, Grund für die Trasse abzugeben. Bevor jedoch das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden kann, innerhalb dieses eine Enteignung möglich wird, muss das Verkehrsgutachten vorliegen, betonte Walter. „Wir erwarten die Fertigstellung des Gutachtens im Januar.“ In Bezug auf die Finanzen eröffnete Walter, dass nun zwei magere Jahre auf die Gemeinde zukommen. „Die Wirtschaftskrise kommt, wenn auch verspätet. Wir rechnen mit einem Gewerbesteuerrückgang von 15 Prozent.“ Dazu kommt, dass bereits eine Erhöhung der Kreisumlage angekündigt wurde, „die ein größeres Finanzloch in unseren Haushalt reißen wird“. Den Schuldenstand ohne das Wasserwerk gab Walter mit 7,5 Millionen Euro an. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 435 Euro. Werden die Schulden des Wasserwerks dazu gerechnet, stehen rund 11 Millionen Euro (640 Euro pro Kopf) auf der Sollseite. Nach dem Rechenschaftsbericht kamen die Bürger zu Wort. Vorwiegend gibt es Probleme mit dem allgemeinen Verkehrsaufkommen. Eine Bürgerin beschwerte sich über den Schwerlastverkehr in der Karolinger Straße und darüber, dass zwar 120 Unterschriften gesammelt worden sind. „Doch bis heute ist nichts passiert“, schimpfte sie. Walter bedauerte und verwies an das Landratsamt, wo über mögliche Lösungen entschieden wird. „Wir werden aber nachhaken“, versprach er. Eugen Mangold beanstandete die Zunahme des öffentlichen Personennahverkehrs auf mittlerweile acht Buslinien, die durch die Karolinger- und Pollinger Straße gehen. „Wir kennen das Problem. Es bahnt sich aber eine Lösung an“, versicherte Walter. „Mit Kauf des Bahnhofsareals können wir dort Umkehrschleifen für die Busse einrichten.“ Otto Loschko beanstandete „den Unkraut-Saustall“ am alten Friedhof in Argelsried, der laut Walter künftig wieder mit einer chemischen Keule bekämpft werden soll.

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