Dr. Marianne Koch und SPD-MdL Kathrin Sonnenholzner im Gespräch

Gesundheit nur für Wohlhabende?

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(v.l.): Andreas Niedermeier, Vorstandsvorsitzender der AWO Oberbayern, Dr. Marianne Koch, Nicole Schley, Präsidentin der AWO Oberbayern, und die SPD-Landtagsabgeordnete Kathrin Sonnenholzner

Tutzing - Über die sozialen Auswirkungen der Gesundheitspolitik diskutierten die Fernsehmoderatorin Dr. Marianne Koch und die SPD-Landtagsabgeordnete Kathrin Sonnenholzner beim traditionellen Sozialpoltischen Aschermittwoch der oberbayerischen Arbeiterwohlfahrt (AWO), der dieses Jahr in der Politischen Akademie in Tutzing stattfand.

Die beiden Ärztinnen waren sich einig, dass insbesondere Menschen aus prekären Verhältnissen bei Prävention und Versorgung oft benachteiligt würden, obwohl das deutsche Gesundheitssystem zu den besten der Welt gehört. Formal habe zwar jedes Kind und jeder Erwachsene im Krankheitsfall Anspruch auf dieselben medizinischen Leistungen, gleich ob Kassen- oder Privatpatient, gleich ob arm oder reich. Oft hätten die armen Schichten aber gar keinen Zugang dazu, kritisierten sie. So sei beispielsweise die Zahl psychosozialer Erkrankungen wie Depressionen in armen Bevölkerungsschichten deutlich höher, die Inanspruchnahme von Psychotherapien aber deutlich geringer als in wohlhabenderen Bevölkerungskreisen.

Vor der rund einstündigen Debatte AWO-Präsidentin Nicole Schley den Bezirkstagspräsidenten Josef Mederer, Oberbayerns Regierungsvizepräsidentin Andrea Degl, den zweiten stellvertretenden Starnberger Landrat Tim Weidner und Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald begrüßen.

Im wohlhabenden Bezirk Oberbayern gebe sehr viel mehr Bedürftige, als gemeinhin bekannt sei. Gleiches gelte für den noch wohlhabenderen Landkreis Starnberg, weshalb dort zum Beispiel auch eine Fachstelle zur Vermeidung von Obdachlosigkeit geschaffen werden solle, berichtete Weidner. Die Armut von rund vier Millionen Menschen in Bayern sei aber nach wie vor auch der Hauptgrund für gesundheitliche Beeinträchtigungen oder auch eine frühere Sterblichkeit der Betroffenen, stellten die beiden Gesundheitsexpertinnen beim anschließenden Podiumsgespräch fest, das unter dem Motto „Gesundheit nur für Wohlhabende?“ stand. kb

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