Marode Lehranstalt

Nachdem der Neubau des Kurt-Huber Gymnasiums abgeschlossen und der 3. und letzte Bauabschnitt der Grundschule Gräfelfing bis Ende des Schuljahres fertig gestellt sein wird, soll die Sanierung der Volksschule Lochham in den Blickpunkt der gemeindlichen Schulbaumaßnahmen rücken, formuliert CSU-Gemeinderat Jürgen Lüsch in seinem jüngsten Antrag. Das Gebäude der Volksschule Lochham mit seinen beiden Trakten (Altbau mit der Grundschule und Neubau mit der Hauptschule) sowie Turn- und Sporthalle sowie integriertes Hallenbad ist deutlich sichtbar in die Jahre gekommen.

Nach Angaben von Fachleuten, so Lüsch, sei die Bausubstanz in einem sehr schlechten Zustand. Auch unter energetischen Gesichtspunkten ist das Gesamtgebäude mit Ausnahme des gerade fertig gestellten Anbaus nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Im Sommer werden die Klassenräume durch die Sonneneinstrahlung sehr schnell aufgeheizt. Im Winter bieten die großen Fensterflächen eine viel zu geringe Wärmedämmung. „Festzuhalten bleibt, dass sich in den letzten Jahren ein gewaltiger Sanierungsbedarf angestaut hat, der nur mit Millionenaufwand zu beheben ist“, so Lüsch. Deshalb beantragt die CSU-Fraktion, dass die Gemeinde von einem fachkompetenten Ingenieurbüro Möglichkeiten der Sanierung einschließlich Turnhalle und Schwimmbad unter Berücksichtigung heute geltender technischer und energetischer Maßstäbe prüft. Über das Ergebnis der Prüfung sowie detaillierten Angaben zum voraussichtlichen Finanzierungsaufwand einer Generalsanierung soll der Gemeinderat schriftlich informiert werden. Der Bericht soll auch darüber informieren, inwieweit die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen während des laufenden Schulbetriebs durchgeführt werden können, ohne diesen zu beeinträchtigen. Alternativ lässt die Gemeinde prüfen, ob ein Abriss der maroden Gebäudeteile und eine zeitgleiche Neuherstellung auf dem Schulgrundstück technisch und auch organisatorisch machbar wäre. „Der kürzlich errichtete Anbau soll in jedem Fall integrierter Bestandteil der baulichen Schulkonzeption bleiben“, erklärt der CSU-Fraktionsvorsitzende. Zu überlegen wäre auch, ob ein Neubau der Schule auf der gegenüberliegenden Seite der Adalbert-Stifter-Straße im dort befindlichen Wald zur Autobahn errichtet werden könnte. Denkbar wäre auch im Falle eines Neubaus das neue Schulgebäude „unmittelbar im Anschluss an den bereits bestehenden Tunnel einzuplanen“. Gleichzeitig ist zu untersuchen, ob zumindest ein Teil des heutigen Schulgeländes als Wohnbauland ausgewiesen und verkauft werden könnte zur Refinanzierung des Tunnel- und Schulneubaus. Die für die vorgenannten Untersuchungen erforderlichen Finanzmittel sind im Rahmen der anstehenden Haushaltsberatungen in den Haushalt 2009 einzustellen. Wenn der finanzielle Aufwand für eine Generalsanierung nur unwesentlich unterhalb der Kosten für einen Neubau der Schule liegt, wie bei der Grundschule Gräfelfing plädiert Lüsch jedoch für einen Neubau. In diesem Fall wäre auch zu diskutieren, inwieweit ein Neubau auf einem Teilstück des erst noch zu errichtenden Autobahntunnels durchführbar ist. Diese Variante bietet zudem den „Vorteil einer zeitlich vorgezogenen Realisierung eines Teilstücks des vom Gemeinderat im Beschluss vom 27. November 2007 ins Auge gefassten Tunnelbauwerks“, erläutert Lüsch. Zudem ließe sich der Bau des Teilstücks nicht nur durch den Verkauf zukünftigen Baulands auf dem heutigen TSV-Gelände entsprechend den Vorgaben dieses Beschlusses finanzieren, sondern auch durch den Verkauf der zu Bauland zu entwickelnden Grundstücke zwischen der Adalbert-Stifter-Straße und der (dann gedeckelten) Autobahn sowie des heutigen Schulgeländes selbst, führt Lüsch fort und ergänzt diese Version würde „den Bau des Tunnels erheblich erleichtern und dadurch den vom Gemeinderat gewünschten Lärmschutz entlang der Autobahn auf Dauer garantieren“. Vergangene Woche stellte Kämmerer Werner Frisch den Haushalt 2009 vor und gab zu Beginn der Haushaltsberatung deutlich zu verstehen, dass einige Investitionen dem Rotstift zum Opfer gefallen sind oder erheblich gekürzt wurden, darunter auch die Mittel zur Generalsanierung der Volkschule Lochham. Von den ursprünglich vorgesehenen 12,5 Millionen Euro hat der Finanzausschuss vorerst 100.000 Euro für Planungskosten in den Haushalt 2009 eingestellt.

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