Massiver Widerstand

Die Pöckinger wehren sich gegen eine Nordumfahrung. Foto: Jaksch

Die Pöckinger wollen keine Nordumfahrung oder Seeabstieg – auch nicht später einmal. Das war jedenfalls das Fazit eines Bürgerantrages, der auf der Bürgerversammlung in der vergangenen Woche mit 125:37 Stimmen angenommen wurde. In der nächsten Gemeinderatssitzung wird der Antrag nun behandelt.

So gut war eine Bürgerversammlung in Pöcking wohl noch nie besucht. Selbst die 400 in der Turnhalle aufgestellten Stühle reichten nicht aus, dass alle Pöckinger einen Sitzplatz bekamen. Die meisten waren wohl auch wegen des Themas Nordumfahrung gekommen. Die Bürgerinitiative „Gegen Nordumfahrung – Für Pöcking“ hatte auf jeden Sitz ein Flugblatt mit einer quantifizierten Information zur skizzierten Trassenführung Seeabstieg/Nordumfahrung verteilt und die vielen Nachteile aufgeführt. Zu dem massiven Widerstand in der Bevölkerung war es gekommen, nachdem aus dem Rathaus der November-Beschlussvorschlag gekommen war, dass „im Zuge des Baus von B2-Tunnel und Westtangente Starnberg sowie Abstufung der Westuferstraße St 2063 die Notwendigkeit einer Nordumfahrung Pöckings“ gesehen werde. Sind die genannten Maßnahmen tatsächlich einmal alle umgesetzt, wollte sich Bürgermeister Rainer Schnitzler eine Option offen halten, dann eine Entlastungsstraße für Pöcking an den demnächst umgebauten Maxhof-Knoten anzuschließen. Grund: Es könnten dann wieder 10.000 Autos durch Pöckings Ortsmitte rollen. Eine Nordumfahrung würde das verhindern und für Pöcking positive Auswirkungen haben: So würde die Ortsmitte entlastet sowie auch die Seeuferstraße in Niederpöcking (bis zu 1.200 Kfz/Tag) und der Obere Seeweg. Das sahen vor allem die Niederpöckinger völlig anders. Bereits in den vergangenen Wochen hatten sie heftig gegen derartige Vorrats-Planungen protestiert. Sie befürchten eine Mehrbelastung durch Verkehr, Lärm und Abgasen und wehren sich gegen die Zerstörung des Erholungswaldes und der umliegenden Natur. Ihr Horror-Szenario: Dass Niederpöcking dann zu einer „von allen Seiten beschallten Verkehrsinsel“ wird.

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