"Maximaler Druck" auf der Gemeinde

Zuletzt sorgten in der Gemeinde Andechs das von den Mönchen geplante Pilgerhotel und der ebenfalls beabsichtigte Kloster-Golfplatz für eine ähnliche Aufregung. Nun ist es ein Verwaltungsgebäude der Molkerei Scheitz, das nicht jedermanns Geschmack trifft.

Hätten die Andechser Gemeinderäte über ein normales Verwaltungsgebäude aus Beton, Glas und Stahl abstimmen müssen, 30 Meter Höhe hätte mit Sicherheit keine Rolle gespielt. Doch Firmenchefin Barbara Scheitz wollte etwas Besonderes, etwas, das sich in die Landschaft integriert und zudem einen ökologischen und nachhaltigen Nutzen hat: Ein Verwaltungsgebäude unter einer begrünten Landschaft versteckt, mit einem integrierten, 32 Meter hohen Turm für eine Schaukäserei und ein Café. Als Vorlage diente eine Skizze des im Jahr 2000 verstorbenen Wiener Künstlers Friedrich Hundertwasser. Im Dezember 2009 segnete der Gemeinderat bereits den Turm mehrheitlich ab, jedoch auf 28 Meter reduziert. Für das Verwaltungsgebäude sollten Daten nachgereicht werden. Unter anderem ging es um Abstandsflächen. Die Zeit bis zur Sondersitzung am Donnerstag jedoch nutzten Kreisheimatpfleger Gerhard Schober und Erlings Pfarrer Valentin Ziegler, über Printmedien, Fernsehen und Radio ihr Kritik an den Plänen kund zu tun (wir berichteten). Dem schlossen sich einige Bürger mit einer Unterschriftenaktion an. Außerdem gab Abt Johannes Eckert, der noch einen Tag vor der Sitzung in Andechs weilte, eine persönliche Stellungnahme gegen das Hundertwasser-Projekt ab. „Der Druck auf die Gemeinde wurde maximal aufgebaut“, erklärte Bürgermeisterin Anne Neppel in der Sondersitzung am Donnerstag, zu der gut hundert Zuhörer in die Carl-Orff-Volksschule gekommen waren. Sie sprach sich während des Sitzungsverlaufs dafür aus, die Molkerei in ihren Entwicklungsplänen zu unterstützen und versicherte, dass der Hundertwasser-Architekt nach vielen Gesprächen den Vorgaben des Gemeinderats nun voll entsprochen hat und, dass man mit der veränderten Variante, der Turm sollte lediglich noch 24 Meter hoch werden, gut leben kann. Als es dann um die Abstimmung ging, votierten Neppel, ihre Fraktionskollegen der Bürgergruppe und die SPD zur Überraschung des Auditoriums dagegen. Weiterer Bericht auf www.kreisbote.de Region Starnberg

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